Betriebsausschuss diskutiert Friedhofsgebühren in Nettetal

Nettetal : Friedhofsgebühren steigen merklich

In die Kalkulation fließt jetzt ein Defizit von 2017 in Höhe von 124.707 Euro ein. Außerdem ist die Zahl der Beerdigungen von 573 in 2015 auf 94 in 2018 zurückgegangen. Der Betriebsausschuss stimmte den neuen Gebühren zu,

Auch das Sterben ist nicht umsonst, heißt eine gebräuchliche Redewendung. Auf den Nettetaler Friedhöfen wird es im kommenden Jahr noch teurer. Veränderungen in der Kultur der Bestattung, der Trend zur Urne, der Zerfall alter Familienbande – die Ursachen sind vielfältig und fast alle Städte haben bei den Friedhöfen mit dem Problem steigender Kosten und sinkender Zahlen bei den Beerdigungen zu tun. Der Erste Beigeordnete Michael Rauterkus warnte deshalb auch im Betriebsausschuss, nicht den Eindruck zu erwecken, in Nettetal wäre es teurer als in anderen Städten.

Die Zahlen, die im Betriebsausschuss präsentiert wurden, sind aber schon bemerkenswert. Hans-Willy Troost, Vorsitzender der FDP-Fraktion, sprach von eklatanten Steigerungen. Die Gesamtkosten ergeben sich aus den Personalkosten für Angestellte und Friedhofsmitarbeiter, den Sachkosten und kalkulatorischen Kosten. Außergewöhnlich sind die Zahlen für das Jahr 2020, weil die Unterdeckung von 2017 in die Kalkulation eingebracht wurde.

2015 wurde die Gebührenkalkulation neu aufgestellt. Seitdem werden auch die Defizite der Vorjahre in die Kalkulationen eingerechnet. Für das Jahr 2020 müssen aus dem Jahr 2017 Fehlbeträge von 124.707 Euro berücksichtigt werden.  Gleichzeitig sinken teilweise die Fallzahlen. Der Stadtrat hatte im November 2018 beschlossen, die sich aus der Nachkalkulation für 2017 ergebenden Fehlbeträge in der Gebührenbedarfsrechnung 2020 zu berücksichtigen.

Die Gebühr für die Grabpflege nach Rückgabe vor Ablauf der Ruhezeit steigt durch diese Vorjahresbelastung um 130,7 Prozent. In den anderen Bereichen bewegen sich die Steigerungen zwischen 5,7 und 32,8 Prozent. Die Fallzahlen sind von 573 Beerdigungen im Jahr 2015 auf 94 im Jahr 2018 zurückgegangen. Dadurch steigen die Defizite weiter an.

Die 32,8 Prozent betreffen Kinderreihengräber. Hier stiegen die Nutzungsgebühren von 955 auf 1268 Euro. Bei den anderen Grabarten blieben die Steigerungen weit moderater: Beim Reihengrab von 1286 auf 1387 Euro, beim Reihengrab pflegefrei von 1742 auf 1882 Euro, beim Urnenreihengrab pflegefrei von 1560 auf 1684 Euro, beim Urnenwahlgrab pflegefrei von 2748 auf 2972 Euro, beim Urnenwahlgrab von 2273 auf 2457 Euro. Dann gibt es noch die Wahlgräber. Bei normal steigen die Gebühren von 2347 auf 2536 Euro, bei Sonderlage von 2748 auf 2972 Euro und bei pflegefrei von 3077 auf 3328 Euro. Urnenstelen in Kolumbarien, Baumbestattungen und im Urnengemeinschaftsfeld kosten statt 2168 künftig 2344 Euro. Beim Doppelreihengrab steigen die Gebühren von 1590 auf 1717 Euro, bei der zweiten Bestattung von 1238 auf 1552 Euro.

Die Bestattungsgebühren stiegen um 5,4 bis 5,8 Prozent. Sie betragen ab 1. Januar 2020 beim Doppelreihengrab 1019 Euro, beim Kinderreihengrab 295 Euro, beim Reihengrab 701 Euro, beim Wahlgrab 961 Euro, beim Wahlgrab tief 1258 Euro, bei der Urne 253 und bei Urnenstelen 74 Euro. Der Aufbahrungsraum kostet pro Tag 385 Euro, die Friedhofskapelle 278 Euro. Die Pflegegebühr Urnenstelenanlage ist mit 36 Euro im Jahr gleich geblieben. Auch für die Genehmigung von Grabsteinplatten fällt 2020 die Gebühr von 48 Euro an, elf Prozent mehr als jetzt.

Die Politik sah bei diesen Zahlen dringenden Handlungsbedarf. Die AG Friedhofswesen müsse sich mit der Frage beschäftigen, wie man mit den Friedhöfen umgehen solle. Dabei müsse man beachten, dass Nettetal auch im Wettbewerb zu den Nachbargemeinden stehe. Der Handlungsbedarf wurde nicht näher benannt. Der Betriebsausschuss NetteBetrieb nahm die Gebührenbedarfsrechnung 2020 einstimmig an, entsprechend auch die Änderung der Gebührensatzung.