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Besuchsdienst im Nettetaler Krankenhaus wird neu geplant

Ehrenamtlicher Besuchsdienst : Datenschutz erschwert Besuchsdienst

Wegen der neuen Datenschutz-Grundverordnung müssen Patienten nun die Ehrenamtler einladen

Die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hat in den vergangenen Monaten vielen das Leben schwer gemacht. Auch der ehrenamtliche Besuchsdienst im Nettetaler Krankenhaus ist von den verschärften Regeln der Europäischen Union betroffen.

Bislang erhielten die Mitarbeiter der katholischen und evangelischen Pfarrgemeinden am Empfang eine Liste mit Namen, Ortsteilen, der Station sowie der Konfession der Patienten. „Wollte jemand keinen Besuch, sind die Mitarbeiter wieder gegangen“, sagt Barbara Boyxen, die für die katholische Pfarre St. Sebastian Lobberich den Besuchsdienst koordiniert. Weil das Krankenhaus die Daten nicht mehr herausgeben darf, mussten sich die Pfarreien einen neuen Weg überlegen, die Patienten zu erreichen. Die Lösung: ein Briefkasten im Eingangsbereich.

Ab sofort können Interessierte gegenüber der Anmeldung auf Zetteln einem Besuch zustimmen. Die Zettel kommen in den Briefkasten. Er werde regelmäßig geleert, sagt Boyxen. Damit die Patienten überhaupt wissen, dass es das Angebot gibt, will das Krankenhaus laut Schneider nun entscheiden, ob es den Besuchsdienst auf den Aushängen in den Zimmern ankündigt. Bislang sind darauf etwa die Zeiten der Gottesdienste vermerkt. Weil die Nachfrage nach dem Abendgebet zuletzt stark gesunken war, hat das Krankenhaus es vor kurzem eingestellt.

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Etwas Gutes hat die DSGVO bewirkt, berichtet Boyxen: Die Pfarren haben sich zusammengeschlossen. Dabei wurde deutlich: „Die Sache ist so wichtig, dass wir sie aufrecht erhalten wollen.“ Zwar nähmen manchmal nur ein oder zwei Patienten den Besuchsdienst wahr, an anderen Tagen seien es allerdings sieben bis acht. „Gerade für ältere Menschen, die nicht viele Angehörige haben, sind die Gespräche wichtig“, sagt Boyxen. Auch das Krankenhaus fände es schade, wenn der Dienst eingestellt würde, sagt Geschäftsführer Jörg Schneider.