Bernd Stelter begeistert das Publikum in Nettetal

Nettetal : Bernd Stelter begeistert das Publikum im Seerosensaal

Wie wird man ein zufriedenes Kerlchen? Stelter rät zum finnischen „Kalsarikännit“: „sich zu Hause in Unterhosen betrinken“.

Schon bevor Bernd Stelter auch nur ein einziges Wort gesprochen hat, brandet im fast ausverkauften Seerosensaal lang anhaltender Applaus auf. Dann legt der Karnevalist, Autor und Komiker mit seinem neuen Programm „Hurra, ab Montag ist wieder Wochenende“ los und erklärt gleich erstmal dem ein oder anderen verdutzten Zuschauer, was es mit diesem Titel auf sich hat: „Entweder ist er völlig durchgeknallt. Oder er ist Rentner“.

Im Verlaufe des Abends zeigt sich, Bernd Stelter ist keins von beiden. Er hat einfach erkannt, um was es im Leben geht – „ein zufriedenes Kerlchen“ zu werden. Und dafür braucht man keine Work-Life-Balance, die zwar ganz schick auf Englisch und mit zwei Bindestrichen daherkommt, aber fürs Glücklichsein eigentlich gar nicht so wichtig ist. Viel wichtiger sind die glücklichen Momente, die ein jeder von uns sammeln muss, um ein glückliches Kerlchen werden zu können. Vorbild nehmen sollten wir uns an den Isländern, die zu den glücklichsten Menschen der Welt gehören, obwohl sie sich nicht einmal eigene Nachnamen leisten können. Und wenn wir am Sonntag schon wieder an den nächsten Freitag denken, sollten wir uns sowieso Gedanken machen, ob wir mit dem richtigen Job unsere Zeit verbringen, denn schließlich ist ab Montag schon wieder Wochenende, erklärt der Komiker.

Nach den teils ernsteren Worten schlüpft Stelter das erste Mal am Abend in eine seiner Rollen, einen aufmüpfigen Teenager der Generation Z inklusive Kapuzenpullover und Cap. Hier sprach er über das harte Leben eines Jugendlichen in einer Jugendsprache, die vermutlich kein Teenager bisher jemals so genutzt hat. Das Publikum war trotz dessen von Begriffen wie „Yolbie“ (You only live bis Elternsprechtag) oder „Kauleistenpolierer“ (Zahnarzt) begeistert.

Kurz vor der Pause geht der Komiker noch einmal auf das Thema „Glücklich sein“ ein. Unsere Nachbarn aus den skandinavischen Ländern seien darin Spitzenreiter. Besonders schön, aber bei uns nicht existent sei das dänische Wort „hygge“, das so viel bedeutet wie „sich mit anderen harmonisch und gemütlich fühlen“. Das sei auch gut so, denn die einzige wirkliche Methode, die bei uns Wirkung zeigen würde, wäre das Finnische „Kalsarikännit“, nämlich „sich zu Hause in Unterhosen betrinken“.

Im zweiten Teil der Show nimmt dann der Anteil an Liedern, ob eigene Begleitung mit Gitarre oder Keyboard, oder ohne Instrumente, stark zu. In „Mensch ist Mensch“ bildet Stelter die Grundrechte Deutschlands in Reimform ab. Über das Älterwerden sinniert er, „nackig ist man nicht mehr so knackig“, was das Publikum johlen lässt. In seiner letzten großen Nummer als Traumschiff-Kapitän bringt er das Publikum mit Einspielern aus Schlagersongs zum Lachen. Nach einer Zugabe und Fragerunde am Schluss, bei der Bernd Stelter auf sympathische Weise Fragen aus dem Publikum beantwortet, endet dieser hyggelige Abend mit Standing Ovations. Zu Recht.