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Nettetal: Beim Stricken steht er seinen Mann

Nettetal : Beim Stricken steht er seinen Mann

Robert Krüppel ist der männliche "Ratgeber" im Handarbeitsgeschäft an der Marktstraße in Lobberich. Dort macht er eine kaufmännische Ausbildung. Später möchte er Mode-Design studieren.

Eigentlich wollte der 21-jährige Robert Krüppel nach seinem Abitur irgendetwas mit Musik machen, "doch ich hatte Musik als Abi-Fach, die Theorie fand ich dann aber sehr trocken", sagt er nach dem bestandenem Abitur. In seiner Freizeit spielt der junge Mann neben Keyboard und Schlagzeug leidenschaftlich gern Gitarre und hat mit einem Freund ein Duo gegründet. Dass er einmal im Wollgeschäft seiner Mutter Garne und Wolle verkaufen würde, ahnte er da noch nicht.

Über den Wunsch, im Fachgeschäft seiner Mutter, die seit Anfang des Jahres das Handarbeitsgeschäft von Steffi Alten an der Marktstraße übernommen hat, Wolle und Garne zu verkaufen und Strickkurse zu geben, kam selbst für Mutter Roswitha Krüppel überraschend. "Klar, ich habe früher schon mal spaßeshalber gestrickt, aber jetzt hat mich die Leidenschaft gepackt", sagt der junge Mann. Und sein Entschluss stand fest. Als Auszubildender im zweiten Lehrjahr steht er heute seinen Mann an der Strick- und Häkelnadel, empfiehlt das passende Garn und die passende Wolle zum selbst gemachten Lieblingsstück und hilft, wenn die Kunden einmal nicht mehr weiter wissen.

Ein männlicher "Handarbeitsratgeber", geht das überhaupt? "Ja", sagt er stolz. Denn die Kundinnen lassen sich gern von ihm beraten. "Und wenn ich wirklich mit meinen Kenntnissen am Ende bin, ist ja noch meine Mutter da", lacht er verschmitzt. Zuerst hätten ihn seine Freunde zwar etwas mitleidig angeguckt, doch spätestens nach der ersten selbst gestrickten "Beanie-Mütze" habe sich das geändert. Einige Freunde von ihm habe er bereits in die Welt des Strickens eingeführt. Auch die älteren Kundinnen sind von der trendigen Mütze beeindruckt. Birnenförmig, groß und kuschelig – so präsentiert sich Robert Krüppels Beanie-Mütze im Geschäft. Dazu hat er jüngst eine schwarze Strickjacke fertiggestellt, "mit Zopfmuster", sagt er und erntet viel Lob seitens der Kundschaft.

"In jeder Woll-Saison gibt es neue Farben und neue Modelle, gerade für die jüngere Generation, die Stricken längst für sich entdeckt hat", sagt Krüppel. Und jetzt steht auch sein Berufsziel endgültig fest: "Ich würde gern Mode-Design studieren." Seine Ausbildung zum Kaufmann wird ihm dabei bestimmt sehr hilfreich sein.

(ivb)