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Nettetal: Beim "Ladyz Day" sprang der Funke über

Nettetal : Beim "Ladyz Day" sprang der Funke über

Der 11. "Ladyz Day" im Lobbericher Jugendheim Arche war gut besucht. Die Mädchen und jungen Frauen informierten sich über viele Themen. Auch die Schwangerschaftsberatung "Donum Vitae" war mit von der Partie.

Jennifer stöckelt unsicher durch den Parcours des Beratungsquiz beim "Ladyz Day" im Lobbericher Jugendheim "Arche". Das Laufen auf den extrem hohen "High Heels" ist sie nicht gewöhnt, ebenso das Tragen eines Säuglings in Form einer Puppe während des Einkaufens. "Das geht ja gar nicht", bemerkt die etwas entnervte Fünfzehnjährige. Doch genau das war die Intention des Parcours. Die Suchtberatung im Kreis Viersen und die Schwangerschaftsberatung "Donum Vitae" hatten einen Parcours aufgebaut, der nur mit "Stöckelschuhen" zu durchlaufen war. Zusätzlich mussten noch einige Fragen beantwortet werden. Sofort zu Beginn des Parcours musste ein Kondom über einen Dummy gezogen werden — wer das nicht in der vorgegebenen Zeit schaffte, bekam die Puppe in den Arm gedrückt und musste fortan alle weiteren Tätigkeiten innerhalb des Parcours mit dem "Kind" im Arm erledigen. Ob die Hausarbeit, der Weg zur Arbeit oder die Fahrt im Bus, das "Kind" war immer dabei. "Nie ohne Kondom", meine die Fünfzehnjährige anschließend.

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Mehr als 65 Mädchen und junge Frauen im Alter von zehn bis 21 Jahren waren zum "Ladyz Day" gekommen, der unter dem Motto "YouOnlyLiveOnce - man lebt nur einmal", stand. Ob das Fertigen von Papierschmuck, die Typberatung mit Schminken und Frisuren, Nähen, Filzen oder das Herstellen von sogenannten "Traumfängern": Die Angebotspalette war riesengroß. Bei der Nettetaler Gleichstellungsbeauftragten Birgit Lienen konnten die Mädchen unter Anleitung von Gisela Berrisch Papierschmuck herstellen, der aus ungewöhnlichen Materialien bestand. So wurden alte Fotos, Flyer oder Puzzleteile benutzt, um eine Kette oder ein Armband herzustellen. Meike hatte eine Kette mit eigentümlichen Motiven aus alten Flyern der letzten städtischen Kunstausstellung entworfen. "Bevor man sie wegwirft, kann man daraus Schmuck machen", sagte sie und zeigte stolz ihre selbst gemachte Kette.

Eine Etage tiefer klebte Janina die letzten Etiketten auf die Marmeladen-Gläser. "40 Gläser mit Marmelade haben wir schon fertig", sagte das junge Mädchen. Gemeinsam mit Elisabeth Jongmanns vom Spielecafé Kaldenkirchen hatten die Mädchen mehr als zwölf Kilogramm Pflaumen gewaschen, entkernt, zerkleinert und zu Marmelade verarbeitet. Und der Ansturm auf die "Marmeladen-Küche" war riesengroß. "Wir könnten noch mehr Gläser füllen, aber wir haben keine Pflaumen mehr", sagte Elisabeth Jongmanns.

Draußen im Garten des Jugendheimes mühte sich die elfjährige Paula damit ab, Feuer mithilfe eines Feuersteines zu entfachen. Und es klappte, zwar war ihre Hose vom langen Knien auf dem Boden schmutzig, aber der Funke war übergesprungen, und schnell war das Holz in der Feuerschale entbrannt. "Wir lernen hier den Umgang mit Feuer und seinen Gefahren, aber auch wie man Feuer früher, ohne Feuerzeug und Streichhölzer, angezündet hat", so Erlebnispädagogin Annette Bergmann. Eine große Cafeteria und Massagen rundeten das Programm ab.

(ivb)