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Baugesellschaft saniert zwei Häuser an der Gerberstraße in Nettetal

Kaldenkirchen : Baugesellschaft geht neue Wege

Beim Sanierungsprojekt Gerberstraße 41 und 43 setzt Vorstand Volker Ruiters auf eine neue Bauweise: Das geplante aufgesetzte Dachgeschoss wird komplett in Holz ausgebaut: Das dauert nur eine Woche, da die Teile vorgefertigt sind.

Das Passivhaus an der Buschstraße, die Studentenwohnungen, die energetische Sanierung – wenn es bei der Baugesellschaft Nettetal um innovative Projekte geht, kann Aufsichtsratsvorsitzender Marcus Optendrenk etliches aufzählen. Jetzt kommt ein weiteres Projekt hinzu, mit dem die Baugesellschaft neue Wege geht: ein ausgebautes Dachgeschoss ganz aus Holz.

Außerhalb des Investitionsplanes hat die Baugesellschaft ein Sanierungsprojekt in Angriff genommen. Es geht um die Häuser Gerberstraße 41 und 43 in Kaldenkirchen. Von den acht Wohnungen dort stehen drei leer, eine weitere wurde gekündigt. Das nahm die Baugesellschaft zum Anlass, beide Häuser energetisch zu sanieren, die leeren Wohnungen zu modernisieren und ein Dachgeschoss aufzusetzen.

Die Häuser wurden 1958 gebaut, um Vertriebene und danach Spätaussiedler aufzunehmen. Die 3-Zimmer-Wohnungen von 60 Quadratmetern seien heute nicht mehr vermietbar, so Vorstand Volker Ruiters. Auch energetisch sei viel zu tun. Erst mit Kohleöfen geheizt, dann mit Gasetagenheizungen aus den 1970er Jahren, sollen die Häuser eine Hybrid-Heizung erhalten, eine Mischung aus Wärmepumpe und Gasheizung. Die klitzekleine Kochnische  wird einem barrierefreien Bad zugeschlagen. An der Gebäuderückseite werden Balkone vorgesetzt. Allein Balkone gehörten heute zu einem besseren Standard. Die Baugesellschaft hat schon bei mehreren Bestandsbauten Balkone vorgesetzt. Auch die 45 Jahre alten Fenster werden ausgetauscht, das  Treppenhaus wird saniert.

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Der Clou ist aber der Ausbau des Dachgeschosses mit vier Wohnungen zu je 55 Quadratmetern. Insgesamt betragen die Baukosten 1,35 Million Euro. Das Ziel war es, zügig bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die neue Bauweise in Holz ermöglicht es, ein komplett neues Dachgeschoss in nur einer Woche Bauzeit zu errichten. Möglich ist dieses Tempo durch vorgefertigte Bauteile.

Das bisherige Satteldach und der obere Giebel werden zuerst abgetragen. Dann werden die Wände um 1,10 Meter aus Holz hochgezogen und darauf ein neues Dach aufgesetzt. Alles komplett aus Holz. Die vorgefertigten Teile kann man ganz schnell einbauen und so das Dach wieder schließen. Das Holz ist vom Gewicht her leichter als Gestein und damit besser für die Statik. Das Projekt ist zwar nicht nach C2C-Maßstäben geplant, weil sich im Wohnungsbau wiederverwertbare Standardmaße  nur schwer verwenden lassen. Aber Holz ist natürlich ein nachwachsender Rohstoff.

Die Planung ist im ersten Quartal abgeschlossen, nach Karneval soll der Bauantrag gestellt werden. Im zweiten Quartal sollen die Ausschreibungen folgen. Der Baubeginn ist für das dritte Quartal vorgesehen und bis zum Jahresende soll alles fertiggestellt sein. Das ist eine durchaus ambitionierte Planung.

Die Baugesellschaft hat an der Buschstraße gegenüber der Saunalandschaft Finlantis Gebäude  mit 14 neuen Wohnungen errichtet. Alle sind bereits vermietet. Die Baugesellschaft wird dort selber neue größere Büroräume beziehen. Der Umzugstermin steht bereits fest: Es ist der 27. Mai, der Mittwoch vor Pfingsten. Am Dienstag, 2. Juni, ist die Baugesellschaft für Kunden an der Buschstraße 5 erreichbar. Das alte Gebäude an der Synagogenstraße soll verkauft werden. Als Vorbereitung auf den Umzug werden bereits die Archivbestände in Umzugskartons verpackt. Vom neuen Standort am Schulzentrum wird die Baugesellschaft dann einen Bestand von 985 eigenen Wohnungen und 1300 verwalteten (städtische oder private Immobilien) betreuen.