1. NRW
  2. Städte
  3. Nettetal

Nettetal: Basisstraße für den Verkehr freigegeben

Nettetal : Basisstraße für den Verkehr freigegeben

Nach einigen Verzögerungen wurde die Verbindungsstraße zwischen Nettetal und Venlo eröffnet. Die Anwohner sind erleichtert über die Verkehrsentlastung. Und der Gewerbepark Venete soll von der Erschließung profitieren.

Mit einem Paukenschlag, oder besser gesagt gleich mehreren, wurde gestern die Basisstraße K2 Venlo–Nettetal eröffnet. Schüler der Haupt- und Realschule Kaldenkirchen begleiteten die Veranstaltung musikalisch mit Trommeln und Pauken. "Ein guter Tag für die Region", sagte Nettetals Bürgermeister Christian Wagner. Mit der gestrigen Freigabe seien Venlo und Nettetal nun auch verkehrsmäßig miteinander verbunden.

Antoin Scholten, Bürgermeister der Stadt Venlo, verglich die Basisstraße mit der Nabelschnur, die Mutter und Kind verbinde. Wer Mutter und wer Kind ist, ließ der niederländische Politiker allerdings offen. Für die Partnerschaft von Venlo und Nettetal sei es wichtig, dass nicht nur eine Autobahn die Städte zusammenbringe.

Und da Basisstraße K2 doch ein wenig trocken klingt, hatte Venlos Stadtoberhaupt auch gleich einen Namensvorschlag für die Verbindungsroute der beiden Städte in petto. Da der niederländische Kronprinz Willem-Alexander in dieser Woche seinen 46. Geburtstag feiert und in der kommenden Woche zum König gekrönt werden soll, wäre "König-Willem-Alexander-Straße" doch ein schöner Name für die K2, schlug Scholten vor. "Denken Sie drüber nach", sagte er auch an die Nettetaler Bürger gerichtet, die zur Eröffnung "An der Kleinbahn" gekommen waren. Gemeinsam räumten Wagner und Scholten das "Durchfahrt verboten"-Schild zur Seite und gaben den Weg für den Autoverkehr damit zunächst symbolisch frei.

  • Der Feldweg ist bisher nur mit
    Verkehrspolitik in Nettetal : Zwist um beantragte Poller am Feldweg
  • Die Klaasstraat in Venlo im Herbst
    Besuch in den Niederlanden : Läden in Venlo schließen früher
  • Die Zufahrt vom Kreisverkehr bei McDonald’s
    Probleme durch Stau in Grevenbroich : Verkehrsexperten packen „Anbindungs-Öhrchen“ an

Die Fertigstellung der Basisstraße bedeutet vor allem für die Innenstädte von Venlo und Kaldenkirchen eine erhebliche Verkehrsentlastung. Auch für die Anwohner der Umleitungssroute durch Leuth hat der Ärger nun ein Ende.

Lange genug hat es gedauert: Denn ursprünglich sollte die Verbindung zwischen der Autobahn-Anschlussstelle Nettetal-West und dem Kreisverkehr "Keulse Plein" in Venlo bereits vor Ostern für den Verkehr freigegeben werden. Als Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die grenzüberschreitende Autobahn 61/73 im April 2012 eröffnete, liefen die Arbeiten an der Basisstraße bereits auf Hochtouren. Doch der hartnäckige Winter schmiss den Zeitplan durcheinander. Außerdem hatte es Komplikationen beim Bau der Brücke über den Dellerweg in Leuth gegeben – unter anderem wegen der Statik.

Doch nicht nur die Anwohner profitieren von der Fertigstellung. Auch die Gewerbetreibenden im neuen Industrie- und Gewerbegebiet Venete werden die direkte Erschließung für sich nutzen können. Durch die eigene Autobahnauffahrt sind deutsche wie niederländische Großstädte (Köln 38 Kilometer, Rotterdam 178 Kilometer) auf kurzen Wegen bequem zu erreichen. Wagner ist davon überzeugt, dass die gute Anbindung zur Neuansiedlung von auswärtigen Betrieben im Gewerbepark beitragen wird.

Ziel sei es vor allen Dingen – gerade vor dem Hintergrund der Porterstudie, die vergangene Woche veröffentlicht wurde– Unternehmen aus dem Bereich des Agrobusiness für Venete zu gewinnen. Denn in der "grünen Wirtschaft" liege das Potenzial der Region. Erste Gespräche seien bereits Erfolg versprechend verlaufen, sagte Wagner.

FRAGE DES TAGES

(RP)