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Nettetal: Barrierefreie Wohnungen für Breyell

Nettetal : Barrierefreie Wohnungen für Breyell

Die Baugesellschaft Nettetal errichtet ein Mehrfamilienhaus im sozialen Wohnungsbau direkt neben dem Curanum-Pflegeheim. Die Lage nahe am Ortskern gilt als ideal für ältere Menschen.

Für 2,9 Millionen Euro errichtet die Baugesellschaft Nettetal AG in Breyell 21 barrierefreie Wohnungen zwischen 47 und 74 Quadratmeter Fläche. Den Entwurf dazu lieferte der Nettetaler Architekt Marcus Birker im Rahmen eines auf vier Büros beschränkten Wettbewerbs. Baubeginn wird im November sein, bezugsfertig sollen die Wohnungen mit einem Mietpreis von 7,90 Euro pro Quadratmeter im Dezember kommenden Jahres sein.

In Breyell hat man lange auf ein solches Engagement des städtischen Unternehmens warten müssen. "Wir hatten schon vor einigen Jahren erste Gespräche geführt, ohne ein konkretes Ergebnis erzielen zu können", berichtete Vorstandssprecherin Susanne Fritzsche. Die Eigentümerin des Grundstücks in unmittelbarer Nähe zum Curanum-Alten- und Pflegeheim war dann auf die Stadt zugegangen. Die grundsätzlichen Planungen der Baugesellschaft sagten ihr zu, sodass seit Februar 2011 das Vorhaben heranreifte.

Die Baugesellschaft erwarb während der Planung weitere Grundstücke, um die Erschließung zu sichern und eine komfortablere Erreichbarkeit zu erzielen. Architekt Birker, der den Zuschlag unter drei Nettetaler und einem Viersener Kollegen im Wettbewerb erhielt, überzeugte den Aufsichtsrat mit einem "straffen Entwurf, der vor allem auch finanzierbar sein musste", wie Aufsichtsratsvorsitzender Marcus Optendrenk unterstrich. Man habe sich dem Mietgefüge in Breyell anpassen können, das etwas niedriger als in Lobberich oder in Kaldenkirchen sei.

Birker hat einen dreigeschossigen Bau entworfen, der auf allen Etagen sieben Wohnungen mit Terrassen und Balkonen hat. Integriert ist an der nördlichen, der Autobahn zugewandten Seite ein Gemeinschaftsraum im Untergeschoss. Zur A 61 hin hat er Funktionsräume wie Bad und Küche mit wenig Fensterfläche angeordnet. An der südlichen Seite, zum Ort selbst hin, dominieren große, bis zum Boden reichende Fenster, die viel Licht in die Wohnungen hereinholen. Einige Wohnungen haben neben Küche und Bad zwei, andere drei Zimmer. Der Mittelbau ist voll unterkellert, dort werden auch Waschmaschinen der Wohnungen untergestellt. Die seitlichen Flügel haben keinen Keller. Der Bau ist u-förmig gestaltet und erhält dadurch einen Innenhof, der als Garten gestaltet werden kann. Die 21 Stellplätze für Autos und ein Fahrrad-Stellplatz befinden sich an der Nordseite, zur Autobahn hin.

Unerwartete Probleme bekam die Planung durch Ergebnisse der Bodenuntersuchungen: Unter dem Baufeld befindet sich eine mehrere Meter dicke Tonschicht, auf die nicht gegründet werden kann. Es müssen "Pfähle" tief in den gewachsenen Boden hineingetrieben werden, um den Bau zu stabilisieren. Die Mehrkosten bezifferte der kaufmännische Vorstand Hans Moors mit etwa 60 000 Euro. In diesem Zusammenhang wies Optendrenk auf die Schwierigkeiten hin, im Rahmen der vom Land vorgegebenen Daten für sozialen Wohnungsbau zu bleiben. Während die Preise im Bauwesen in den vergangenen zehn bis zwölf Jahren um 50 Prozent stiegen und auch Grundstückspreise nach oben gingen, blieben die Steigerungen der Landeszuwendungen deutlich dahinter zurück. Dennoch sei es gelungen, im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus zu bleiben.

FRAGE DES TAGES

(RP)