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Nettetal: Bald verschwinden die Papiercontainer

Nettetal : Bald verschwinden die Papiercontainer

Die Stadt baut zum 1. Januar 2015 alle Papiercontainer an den Wertstoffstationen ab, weil die Umgebung immer mehr zugemüllt wird. Gleichzeitig dünnt sie die bisherigen Standorte für Glascontainer aus.

Die Stadt hat bereits damit begonnen, an einigen Stellen Wertstoffstationen zu beseitigen. Bis zum Jahresende werden die Papiercontainer dann komplett aus dem Stadtbild verschwinden. Zusätzlich wird die Zahl der verbliebenen Glascontainer reduziert. Denn immer häufiger wurden die über das gesamte Stadtgebiet verteilten Standorte von rücksichtslosen Bürgern regelrecht zugemüllt: Sie laden ihren Unrat hier wahllos ab, ob es sich um Glas und Papier oder Reste von Farben, Tapeten oder Hausrat handelt, den man nicht für den Sperrmüll aufgeben wollte, sondern eigens hierherschleppte. Auch Gewerbetreibende entledigen sich immer wieder ihres Betriebsabfalls an den Stationen.

Die FDP-Fraktion hatte vor knapp einem Jahr beantragt, die Papiercontainer ersatzlos wegzunehmen. Der "jahrelange Versuch" sei "gescheitert, an vielen Wertstoffstationen erträgliche Ordnung herzustellen, um die erheblichen Fehleinwürfe, Kartons- und Papierhaufen neben den Sammelbehältern sowie das Ablegen von Sperrmüll zu verhindern". Damit wolle sie auch das Nebeneinander von Hol- und Bringsystem beenden, das wenig sinnvoll sei, argumentierte Fraktionsvorsitzender Hans-Willy Troost.

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Im Februar fiel der Beschluss, dem Antrag zu folgen. Die CDU setzte allerdings durch, dass der Abfuhrrhythmus für Papier auf drei Wochen verkürzt wird, um zu verhindern, dass die blauen Tonnen der privaten Haushalte endgültig überquellen. Verwundert nahmen Ratsmitglieder während der Diskussion zur Kenntnis, dass Gewerbetreibende offensichtlich schlecht über die Abfallordnung informiert sind. Auch für sie ist die Papierabfuhr nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden. Nach Informationen einiger Politiker gibt es sogar Unternehmen, die Geld dafür ausgeben, dass ihnen harmloses Papier abgenommen wird. Die Stadt erzielt mit Erlösen aus der der Papierabfuhr seit Jahren Überschüsse, die die Abfallgebühr reduzieren.

Im Stadtgebiet gab es bisher insgesamt 40 Wertstoffstationen, die in den vergangenen Wochen aber bereits teilweise abgebaut wurden. Kämmerer Norbert Müller, der im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss am kommenden Donnerstag auf Anfrage der FDP über die jüngste Entwicklung berichten wird, bestätigte, dass überall dort, wo Container mutwillig abgefackelt werden, bereits jetzt kein Ersatzcontainer mehr aufgestellt wird. An einigen Standorten, beispielsweise an der Breyeller Straße in Lobberich oder auch auf dem Marktplatz in Kaldenkirchen, boten die Stationen und ihr Umfeld seit Jahren ein verheerendes Bild. Mehrfach beobachteten Anwohner dort und auch an anderen Orten, dass sich Ratten über Abfälle hermachten. Das war für die FDP der letzte Anstoß vor einem Jahr, den Abbau der Papiercontainer zu beantragen. Beschlossen wurde, dass sie zum 1. Januar 2015 verschwunden sein sollen. Möglicherweise gibt es noch eine Übergangsfrist, zumal das papierreiche Weihnachtsfest noch ansteht.

Nicht alle Haushalte verfügen über die blaue Papiertonne, weil sie ihnen zu lästig erscheint oder auch der Platz zum Aufstellen nicht reicht. Deswegen hatte es zunächst auch Bedenken gegen den Abbau der Container gegeben. Andererseits ist in den Abfallgebühren, die die Stadt erhebt, die Abfuhr von Papier enthalten. Haushalte können sogar ohne Aufpreis eine größere blaue Tonne ordern.

Seit einigen Wochen informiert die Stadtverwaltung die Bürger bereits durch Hinweiszettel an den Wertstoffstationen darüber, dass die Papiercontainer zum 1. Januar 2015 ersatzlos abgeschafft werden. Diese Informationen sollen bis zum Jahresende noch einmal verstärkt werden.

(RP)