Nettetal: Bahnhofspate hofft auf Veränderungen

Nettetal : Bahnhofspate hofft auf Veränderungen

Die Pläne für eine IC-Verbindung zwischen Eindhoven und Düsseldorf und die Forderung, die Regiobahn nach Venlo zu verlängern, seien eine Chance für Kaldenkirchens Bahnhof, sagt Pate Axel Witzke.

Axel Witzke denkt schon zwei Jahre weiter, wenn er sich auf dem Bahnhofsgelände in Kaldenkirchen umschaut. "Vor 150 Jahren wurde die Bahnstrecke von Venlo über Kaldenkirchen nach Viersen eröffnet. Das ist ein Grund zum Feiern", sagt er. Der Kaldenkirchener hofft allerdings, dass der Bahnhof dann etwas anders aussieht als jetzt.

Eine echte Sisyphusarbeit

Witzke ist "Bahnhofspate" für die Bahnhöfe in Kaldenkirchen und Breyell. Nach einigem Zögern hat er im vergangenen Jahr die Aufgabe übernommen. Sie ist undankbar und gleicht einer echten Sisyphusarbeit. Er kann immer wieder nur reklamieren, was hier alles schief läuft oder gar nicht angepackt wird. Manchmal werden E-Mails beantwortet und es wird sogar reagiert. Noch öfter allerdings scheinen seine Beanstandungen bei der DB-Tochter Station und Service irgendwo im Nichts zu landen.

Witzke wundert sich schon nicht mehr darüber, dass der Bahnhof Kaldenkirchen auch nicht in ein neues Sanierungsprogramm aufgenommen wurde. "Das hier ist ein Grenzbahnhof, der sich wohl außerhalb der Wahrnehmung des Konzerns befindet", sagt er lakonisch. Seit Wochen ist hier kein Papier mehr eingesammelt, nichts gereinigt worden. Im Tunnel zum Gleis 2 hat gerade eben noch ein Fahrgast uriniert — es ist kurz nach 10 Uhr. Kaldenkirchens Bahnhof ist so eine Art Schuttabladeplatz geworden, degeneriert — und bleibt doch vollständig in der Verantwortung des Konzerns mit dem tollen Glitzerpalast am Potsdamer Platz in Berlin.

"Pofalla hat vielleicht eher ein offenes Ohr"

Er sei ja fast begeistert gewesen, schmunzelt Witzke, als er hörte, dass der CDU-Politiker Ronald Pofalla in die Konzernspitze einsteigen solle. "Politik schaut anders auf solche Dinge, und Pofalla kommt vom Niederrhein. So jemand hat vielleicht eher ein offenes Ohr", sagt er. Axel Witzke sieht den Bahnhof in Kaldenkirchen nicht isoliert.

Überlegungen der Stadt, Busverkehr und Taxis besser über den Dahlweg anzubinden sowie P+R-Plätze im Umfeld des Bahnhofs einzurichten, seien ein wichtiger Baustein. "Ich glaube aber auch, dass der Bahnhof für den Gewerbepark Venete eine gewisse Bedeutung haben kann", meint er. Schon heute kommen etliche Arbeitnehmer mit dem Zug nach Kaldenkirchen, und es gibt über die Firma Nisters auch wieder Güterverkehr.

Für Axel Witzke geht es nur vordergründig um den Zustand des Bahnhofs. Sowohl die Pläne für eine IC-Verbindung zwischen Eindhoven und Düsseldorf als auch die Forderung, die Regiobahn von Kaarst aus über Viersen nach Venlo zu verlängern, seien eine Chance für den Bahnhof.

Bahnhof als "Nacht-Parkplatz" für Züge?

Er kann sich vorstellen, dass nachts die Züge von Eurobahn und Regiobahn in Kaldenkirchen "parken" und zwischen 22 und 5 Uhr gereinigt werden. "Der Bahnhof hat rein räumlich die Kapazität, die es sonst nur in Kaarst und Mönchengladbach gibt, dann aber nicht mehr ausreicht", sagt er.

Wichtig sei, dass sich die Stadt, die DB mit ihren Töchtern und möglicherweise noch andere Akteure endlich an einen Tisch setzten und verbindliche Verabredungen träfen. "Der gesamte und in meinen Augen unbestreitbare Nutzen dieses Bahnhofs muss endlich klar definiert werden. Daraus müssen konkrete Planungen abgeleitet und diese konsequent umgesetzt werden", meint Witzke.

(RP)