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Auszeichnung für Hinsbecker Heimatforscher

Hinsbeck : Heimatforscher erhält Jüütenring

Der 71-jährige Hinsbecker Heinz Koch hat sich um seinen Stadtteil verdient gemacht, findet die Jury. Verleihung ist am 9. November.

An ihm kommt in Hinsbeck eigentlich keiner mehr so richtig vorbei: Heinz Koch (71) ist zu einer Institution geworden, wenn es um Handball, Verkehrsverein und Ortsgeschichte geht. So ist es eigentlich nur folgerichtig, dass er auch mit dem Jüütenring geehrt wird, den Hans Kohnen gestiftet hat.

Der Immobilienmakler in Ruhe und Herausgeber der „Hinsbecker Lesebücher“ (das sechste ist offensichtlich in Arbeit) will damit Personen ehren, die sich um Hinsbeck verdient gemacht haben – außerhalb politischer Laufbahnen. Am Freitag, 9. November, soll der Ring überreicht werden.

Der nach dem Jüüt, einer Hinsbecker Symbolfigur, benannte Ring wird alle fünf Jahre verliehen. Wer ihn erhält, darf ihn bis ans Lebensende behalten; seine Nachfahren müssen ihn an Kohnen (oder dessen Nachfahren) zurückgeben. Der Stifter hat insgesamt fünf Ringe anfertigen lassen, von denen zurzeit drei bei Walter Tilmanns, Franz Thissen und Ludwig Feuser noch „im Umlauf sind“. Verstorbene Träger waren Hermann Timmermanns, Hein Dormels, Änne Jakobs und Elisabeth Camps. Wer den Ring tragen soll, bestimmt eine Jury, der neben dem Stifter noch der Ortsvorsteher, der Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) und zwei Vereinsvorsitzende angehören. Vorschläge dazu werden aus der Bevölkerung erwartet.

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Warum traf es diesmal Heinz Koch? Der diplomierte Maschinenbauingenieur und Handballer wurde 1989 von Cornel Schnorrenberg, dem damaligen Vorsitzenden des Vereins für Leibesübungen, angesprochen, ob er die Chronik zum 100-jährigen Vereinsbestehen im Jahr 2000 erstellen könne.

Beim Studium alter Zeitungsbände, Urkunden im Archiv und vergilbter Vereinschroniken hat Koch dann „Blut gerochen“, wie er berichtet. Fortan war er zuständig für weitere Vereinschroniken: 100 Jahre VVV, 125 Jahre Feuerwehr, 100 Jahre katholische Pfarrkirche Hinsbeck. Er betreut den „Hinsbecker Boten“ des VVV und er leitet den Mundartkreis „Jüüte vertälle“ seit 14 Jahren, obwohl er als Hinsbecker vom Jahrgang 1947 den Dialekt nicht mehr beherrscht. „Als ich in die Schule kam, haben meine Eltern aufgehört, mit mir platt zu sprechen, denn ‚dä jong soll ken Schwierigkeiten han‘“, erzählt Koch. Über den Opa seiner Frau Brigitte Vanderheiden „kam es dann wieder etwas hervor“.

Bei seinen Recherchen nach den Anfängen Hinsbecker Vereine ist Koch immer wieder auf interessante Fundstücke gestoßen: So hat er einen Schaesberg-Grafen als Olympia-Teilnehmer bei den Military-Reitern entdeckt und die Holtmans-Xylander-Familienverhältnisse in Hinsbeck auseinandergedröselt. Regelmäßig sind Beiträge im Heimatbuch des Kreises Viersen erschienen, der Landschaftsverband Rheinland zeichnete ihn dafür 2011 mit dem Rheinlandtaler aus. 2016 erhielt er auch den Nettetaler in Bronze.

Wollte Koch alle Ehrennadeln des Handballverbandes an sein Anzugrevers heften, dann müsste es besonders breit sein. Vielleicht kommt im nächsten Jahr auch eine Nadel der Fußballer hinzu, denn Koch arbeitet derzeit an einer Geschichte des SC Rhenania Hinsbeck.