Auszeichnung für die Biologische Station Kirckenbecker Seen

Hinsbeck : Auszeichnung für die Bio-Station

Das EU-Programm Atlantische Sandlandschaften, an dem die Biologischen Station mitwirkt, erhielt das Prädikat „ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“.

Eine hohe Auszeichnung von internationaler Bedeutung wurde am Freitagnachmittag im Info-Zentrum der Biologischen Station Krickenbecker Seen in Hins­beck verliehen: Das EU-Programm Atlantische Sandlandschaften, an dem die Bio-Station mitwirkt, erhielt das Prädikat „ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“. Christiane Paulus vom Bundesumweltministerium übergab den UN-Vielfalt-Baum an Staatssekretär Heinrich Bottermann vom NRW-Umweltministerium und Jens Palandt vom niedersächsischen Umweltministerium.

„UN und EU, soviel große weite Welt war wohl noch nie in Krickenbeck“, scherzte Armin Huber, Vorsitzender des Trägervereins der Bio-Station, bei der Begrüßung der rund 80 Gäste. Unter den Vertretern von Ministerien und Politik, Umweltverbänden und Naturschutzeinrichtungen waren auch Viersens Landrat Andreas Coenen und Nettetals Bürgermeister Christian Wagner (beide CDU). Erstmals werde ein integriertes, also überregional bedeutendes Naturschutzprojekt, ausgezeichnet, lobte Paulus: Atlantische Sandlandschaften seien „für die biologische Vielfalt von überragender Bedeutung“. So solle die UN-Dekade Biologische Vielfalt ein Jahrzehnt lang bis 2020 zu Initiativen für Natur und Umwelt motivieren. Ein Life-Projekt sei eine EU-Fördermaßnahme zugunsten der Natur, Paradebeispiel sei das Programm Atlantische Sandlandschaften.

„Wir sind zusammen mit dem Kreis Viersen mit mehreren Projekten von sechs bis 27 Hektar Größe beteiligt“, erläuterte Ansgar Reichmann, Leiter der Bio-Station, und nannte als Beispiele EU-geförderte Maßnahmen im Elmpter Schwalmbruch, im Brachter Wald sowie im Grenzwald, in dem Heidemoore renaturiert werden. „Hier sind die Maßnahmen so gut wie abgeschlossen, lediglich die Arbeitsgeräte müssen noch abtransportiert werden“, sagte Reichmann. „Wir haben Sanddünen freigelegt und die Moore dazwischen optimiert.“ Damit erhalten seltene Pflanzen und Tiere wie Schlingnattern wieder ihre ursprünglichen Lebensräume zurück.

Solche Sandlandschaften prägten früher weite Teile von Niedersachen und Nordrhein-Westfalen, wurden aber großteils überforstet. Mithilfe des Projekts Atlantische Sandlandschaften werden sie wiederhergestellt. Die Federführung haben die Umweltministerien der Länder, die Koordination liegt bei der Bezirksregierung Münster, beteiligt sind auch die Biologischen Stationen.

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