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Nettetal: Aus ABK wird ABN - Partei für Nettetal

Nettetal : Aus ABK wird ABN - Partei für Nettetal

Die Kaldenkirchener Wählergemeinschaft sondiert die Möglichkeiten, in allen Stadtteilen zur Wahl 2014 anzutreten. Sie will Bürger politisch mobilisieren und bei ihnen um "Chancengleichheit für alle Stadtteile" werben.

Die "Aktiven Bürger Kaldenkirchen" wollen jetzt ganz Nettetal mobilmachen. Die Wählergemeinschaft hat umfirmiert in "Aktive Bürger Nettetal" und wird mit dem Kürzel ABN bei der Kommunalwahl 2014 in der ganzen Stadt auf Stimmenfang gehen. Vorsitzender Heinz-Gerd Färvers und Fraktionssprecher Hans Overhage sagten am Montag eindeutig der CDU den Kampf an. Ihre jahrelange Vormachtstellung sei vor vier Jahren auch durch das Auftreten der ABK gebrochen worden. "Wir sind überzeugt, dass es mehr Bürger in der Stadt gibt, die die Verquickung der CDU mit der Verwaltungsspitze nicht länger ertragen", sagt Färvers.

Die einstige ABK hatte im Fahrwasser der Unzufriedenheit vieler Mitglieder im TSV Kaldenkirchen bei der Wahl 2009 drei Mandate geholt. Im zweitgrößten Stadtteil Nettetals entlud sich an der Urne viel bürgerlicher Zorn über echte oder vermeintliche Benachteiligung. Die ABN will auf dieser Flöte nicht weiterspielen. "Chancengleichheit für alle Stadtteile" sei die Überschrift, unter der die Gemeinschaft in einem Jahr in den Wahlkampf ziehen werde, verkündete Fraktionsvorsitzender Overhage am Montag.

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Ehe endgültig die Entscheidung fällt, will die ABN in Bürgerversammlungen in allen Stadtteilen ergründen, wie hoch dort das Protestpotenzial ist. Sie beginnt am 20. Juni, um 19.30 Uhr in Hinsbeck — gezielt nur zwei Tage nach dem Stadtteilforum im "Bergdorf". Dort hat sich Paul Fischer der ABN bereits angeschlossen. Er ist Beisitzer im neu formierten Vorstand, ebenso wie das frühere CDU-Mitglied Manfred Schmitz aus Kaldenkirchen. Schmitz ist verärgert über den Umgang der Stadtverwaltung mit dem Einzelhandel — er gehört dem Vorstand von "Kaldenkirchen aktiv" an —, und hat so seine eigenen Erfahrungen als Anwohner der Venloer Straße damit gemacht, wie Bürgerwünsche einfach von der Verwaltung und der CDU weggewischt würden. Der Ausbau der Straße, verbunden mit dem Fällen der Allee, ist seit Monaten ein Aufreger in Kaldenkirchen.

Nach den Schwerpunktthemen Sportförderung, Drogenpfad und Verkehrskonzept Kaldenkirchen im Vorfeld der Wahl 2009 beschäftigte sich die alte ABK intensiv mit Haushalts- und Finanzthemen, dem Jugendamt und der Schulorganisation. Hier setzt Overhage auch für die Zukunft an. "Betrüblich ist, dass ganz offensichtlich immer nur Themen im Ältestenrat auf die Tagesordnung kommen, die die CDU vorher mit der Verwaltungsspitze vereinbart hat", sagt er. In der Union gebe es nur eine Handvoll Fraktionsmitglieder, die Ratsarbeit ernst nähmen. "Der Rest ist nur da zum Handhochheben, wenn die Fraktionsführung es will", fügt er hinzu.

Die ABN hat sich das Ziel gesetzt, die Bürger in Nettetal für Politik zu mobilisieren. "Die Menschen sollen bessere und mehr Chancen zum Mitreden und Mitwirken bekommen. Bei uns können sie das, wir greifen ihre Ideen und Wünsche auf", verspricht Färvers. Inhaltliche Schwerpunkte sieht die ABN in der Schulentwicklung, Wirtschaftsförderung und Stärkung einzelner Stadtteile. Die "Dominanz Lobberichs über Nettetal" wolle die ABN nicht mehr länger hinnehmen. "Wir werden in alle Ortsteile gehen und für unsere Arbeit werben", kündigte Färvers an. Eine ganze Reihe Bürger habe bereits signalisiert, sich für die ABN zu engagieren, wenn sie stadtweit auftrete.

(RP/ac)