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Nettetal: Auf Tuchfühlung mit den Königen der Lüfte

Nettetal : Auf Tuchfühlung mit den Königen der Lüfte

Uhu Bubo und Turmfalke Frodo lassen Herzen höher schlagen. Falkner Wolfram Kassemeck bringt Kindern mit ihrer Hilfe die Natur näher.

Die Mädchen und Jungen ziehen ihre Köpfe ein und halten schützend ihre Hände über sie, während sie auf einem umgelegten Baumstamm sitzen. Die Umgebung wirkt gespenstisch, es ist dunkel im Wald in Hinbeck-Hombergen und mucksmäuschenstill. Na ja, fast –nur das Schlagen der Flügel von Uhu Bubo ist zu hören. Und der dreht gerade seine Runde, fliegt von Wolfram Kassemecks Falknerhandschuh auf einen Baumstumpf, hinweg über die Köpfe der Kinder. Sie sind begeistert.

"Wenn ihr eure Köpfe einzieht, passiert nichts", hatte der Waldpädagoge und Falkner Wolfram Kassemeck ihnen vorher in seiner Einweisung erklärt. Uhu-Männchen Bubo fasziniert seine kleinen Zuschauer schon beim ersten Anblick mit seinen großen orange-farbenen Augen und der erstaunlichen Wendigkeit seines Halses. Von den 13 in Deutschland vorkommenden Eulenarten ist der Uhu die größte, mit einer Spannweite von 1,70 Meter und einem Gewicht von zwei bis drei Kilogramm. Bei Gefahr zeigt der Uhu seine typische Drohgebärde. Nun hechelt er bei den sommerlichen Temperaturen unentwegt und lässt zur Auskühlung einfach seine Flügel hängen. Bei den Kindern der Hinsbecker und Leuther Pfarre, die im Rahmen des Ferienprogramms in den Wald gekommen waren, erwies sich Bubo als große Attraktion. "Er ist so zutraulich", sagen sie und dürfen ihn am Ende abwechselnd sogar streicheln. "Hat der aber weiche Federn", sagt der siebenjährige Ron.

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Foto: Jana
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Bubos Freiflug auf den Falknerhandschuh ist der absolute Höhepunkt. Wolfram Kassemeck ist nicht nur Waldpädagoge, mit seiner Falknerei hat er sich ein zweites Standbein aufgebaut. Schon als kleiner Junge war er von Greifvögeln fasziniert. Über den Jagdschein, den er ablegte, kam er zur Falknerei. Auch Turmfalke Frodo beeindruckt in der Natur durch seinen ausdauernden Rüttelflug bei seiner Jagd nach Wühlmäusen. "Er leistet so einen wichtigen Beitrag zur biologischen Schädlingsbekämpfung", sagt der Falkner.

Seine Falknervorführungen können mit den waldpädagogischen Führungen gekoppelt werden, sind aber auch separat buchbar. "Der Wald bietet für jedes Alter spezifische Lernprogramme", sagt Kassemeck. "Je nach Alter stellt der Wald verschiedene Ansprüche", führt er weiter aus. Kinder sollten schon früh Interesse an der Natur entwickeln, findet er. Mit seinen Ausführungen und Beschreibungen einzelner Greifvögel lernen die Kinder Wissenswertes über deren Jagdverhalten. "So lassen sich auf Industrieanlagen und dicht besuchten Orten wie Schulhöfen und Parkanlagen unter Absprache zwischen Jagdbehörde und Grundstückseigentümer diese Tierarten mit Hilfe von Beizvögeln vergrämen, ohne dass eine Bejagung stattfindet", erklärt Wolfram Kassemeck. Allein die Anwesenheit eines Beizvogels wie dem Falken könne bewirken, dass die Tiere sich zurückziehen.

Die Jugendherberge Vierlinden in Hinsbeck ist für Kassemecks Falknerei und Waldpädagogik, die er gemeinsam mit Franz Schnurbusch führt, ein wichtiger Kooperationspartner. "Die Falknerei ist dabei ein wichtiges pädagogisches Medium", sagt er.

(ivb)