Nettetal: Auf Jupp Rübsams Spuren

Nettetal: Auf Jupp Rübsams Spuren

Eine Gruppe Hinsbecker Bürger besichtigte Werke des berühmten Künstlers, der den Nettetaler Stadtteil zu seiner Wahlheimat erkoren hatte. In der Kirche des Klosters Marienthal hinterließ sein Wirken viele Eindrücke.

Im Künstlerdorf Hinsbeck haben im Laufe der Jahre viele bildende Künstler gewohnt. Einer der bedeutendsten war Jupp Rübsam, der hier von 1942 bis zu seinem Tod im Jahre 1976 lebte. Dass sein Wesen und sein Wirken in Hinsbeck unvergessen sind, zeigt sich in den immer wieder durchgeführten Vorträgen über ihn und sein Leben. Im April berichtete Peter Lennackers, der heute im ehemaligen Atelier des Künstlers Rübsam im Hombergen wohnt, im Mundartkreis "Hänsbäcker Jüüte vertälle" über das Leben und Wirken Rübsams in den Jahren 1929 bis 1939 in Marienthal. Dort hatte der kunstinteressierte Pfarrer Winkelmann in den 1930er Jahren junge Künstler um sich geschart, denen er in schwieriger Zeit Arbeiten an und in der Kirche sowie auswärtige Aufträge vermittelte.

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Diese von Rübsam hergestellten und dort befindlichen Werke interessierten viele Hinsbecker, 21 nahmen an einer Besichtigung teil. Um den Tagesausflug auszufüllen, begann man mit einer Besichtigung des in der Nähe liegenden Otto-Pankok-Museums in Hünxe-Drevenack. Nach einem Lebensbericht des Malers durch dessen 86-jährige Tochter Eva Pankok wurden die Werke des bekannten Künstlers, der überwiegend mit Kohle arbeitete und dessen größtes Interesse Menschen am Rande der Gesellschaft wie Sinti und Roma galt, besichtigt. Eine nachdenklich stimmende Ausstellung.

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Am Nachmittag folgte die Besichtigung des Klosters und der Klosterkirche Marienthal. Pater Mathias erläuterte zunächst die Geschichte des Klosters und der Kirche, deren eindrucksvolle Bronze-Eingangstür sowie Glasfenster er detailliert vorstellte. Anschließend ging er auf die hier befindlichen Werke Rübsams ein. Dies waren zunächst über dem Eingangsportal drei 1,4 Meter hohe Sandstein-Statuen der Muttergottes, des Heiligen Augustinus und der Heiligen Monika, die Rübsam von 1937 bis 1939 als Ersatz für beschädigte Barockfiguren hergestellt hatte. Im Kloster befand sich eine 1,76 Meter hohe Statue des Heiligen Josef aus Lindenholz, die Rübsam 1931 angefertigt hatte. An dieser Statue waren deutlich die übergroßen Hände und Füße erkennbar, wie Rübsam sie in vielen seiner Werke gestaltete. Im Kreuzgang befand sich die Kleinplastik "Ruhender Schnitter" von 1921, die Pfarrer Winkelmann dem Künstler damals in höchster Not abkaufte.

Zum Abschluss besichtigte die Gruppe noch den Friedhof, wo sich ein 1929/30 von Rübsam gestaltetes Grabmal der Familie Sondermann befindet. Nach einer Besichtigung des Klosters und der in den 1930er Jahren als Künstlerquartiere genutzten Mönchszellen fuhren die Besucher voller neuer Eindrücke heim.

(RP)
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