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Nettetal: Auf den Spuren der Römer

Nettetal : Auf den Spuren der Römer

Die Stadtbücherei Nettetal organisiert zum zweiten Mal in Herbstferien das Projekt "Kleine Forscher – Große Geister". Die Premiere vor einem Jahr war sehr erfolgreich. Los ging es jetzt mit einer Reise ins alte Rom.

Die Augen aller Kinder im Vortragsraum der Stadtbücherei sind voller Spannung auf den Mann hinter dem Lesepult gerichtet. Der lächelt in die Runde. "Wir reisen heute ins Rom zur Zeit von Cäsar. Der lebte dort um 46 vor Christus. In meinen Büchern gibt es vier Kinder, die die Helden sind. Cornelia, ihr Bruder Titus sowie Gaius und Publius", erzählt Franjo Terhart.

Beim zuletzt genannten Namen "Publius" sind vereinzelte Lacher aus dem Publikum zu hören. "Doch, er heißt wirklich so, und im Alten Rom war das ein gängiger Name", klärt Terhart auf. Schnell kommt er zur ersten Frage. Der Autor, Journalist und Hobby-Archäologe möchte gerne wissen, was die Menschen damals angezogen haben. Die Antwort "Tunika" kommt prompt aus den Reihen der jungen Zuhörer. Dass man damals auf Wachstafeln schrieb bzw. die Erwachsenen auf Papyrus, ist auch bekannt.

Bianca (11 Jahre) kann fast jede Frage beantworten. "Ich habe schon Latein", klärt sie die anderen über ihren großen Wissensvorsprung auf. Was ein Gladiator ist, weiß aber auch Lara (12), und Nils (10) ist der Begriff Circus Maximus nicht fremd. Von der ovalen Rennbahn, auf der unter anderem Wagenrennen stattfanden, haben die meisten schon gehört.

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Nachdem Terhart mit seinen geschickten Fragen sehr unterhaltsam den jungen Zuhörern das frühere Rom ein gutes Stück näher gebracht hat, geht es endlich zur Sache. Er greift zu seinem Buch "Der Sohn des Gladiators". Die Geschichte beginnt, als Cäsar nach seinem Sieg gegen die Gallier im Triumph in Rom einzieht. Cornelia bemerkt dabei Jugendliche, die sich sehr verdächtig benehmen. Einer von ihnen verliert das Stück eines Stadtplanes. Und damit nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Terhart liest aus dem das Buch, das ein Krimi zum Miträtseln ist, vor. Zwischenstücke erzählt er frei weiter. Atemlos verfolgen die aufmerksamen Zuhörer, wie die vier römischen Kinder einen geheimen Gang unter einer Marmorplatte entdecken, der urplötzlich vor neun Tonköpfen endet.

"Alle haben sie das Gesicht der Meduse", erzählt Terhart. Natürlich will er wissen, was das ist. "Das war eine Frau mit Schlangenhaaren. Wenn die Leute anschaute, wurden sie zu Stein", erklärt Noah (9).

Alle sind jetzt ungeduldig und wollen wissen, wie es weitergeht. Die Abenteuer von Cornelia, Titus, Gaius und Publius ziehen die Kinder in ihren Bann.

Ein geheimnisvolles Zimmer, Titus als Spion, der merkwürdige Bandenanführer, der sich "Der Sohn des Gladiators" nennt und Gold stehlen will – Unterhaltung und Miträtseln hielten die Kinder rund anderthalb Stunden in Atem und zeigten, dass Geschichte kennenlernen nicht langweilig sein muss.

(RP)