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Nettetal: Auf dem Weg zum Jugendamt

Nettetal : Auf dem Weg zum Jugendamt

In der Verwaltung hat die Umsetzung des knappen Ratsbeschlusses begonnen. Es laufen Gespräche mit dem Kreis, der Projektplan wird im Fachausschuss beraten. Wann Nettetal das Jugendamt übernimmt, steht noch nicht fest.

Irgendwann in den nächsten Monaten wird das Jugendamt im Stadtgebiet Nettetal aus dem kreisjugendamt herausgelöst. Dann übernimmt die Stadt selbst diese Aufgabe, um die so hart und politisch verlustreich gerungen worden ist. Weniger spektakulär ist das, was zurzeit hinter den Kulissen geschieht: Die Stadt und der Kreis bereiten die neue Struktur auf dem Verwaltungsweg vor.

Im Dezember hatte sich eine knappe Mehrheit des Rates dafür entschieden, ein städtisches Jugendamt für Nettetal einzurichten. Ausgerechnet die große Mehrheit der CDU-Fraktion sprach sich damals dagegen aus, nachdem Bürgermeister Christian Wagner mit allen Mitteln für diese Einrichtung gekämpft hatte. Aber da drei Union-Ratsmitglieder mit SPD, Grünen, FDP und WIN stimmten, unterlag die Fraktion. Lediglich die ABK-Fraktion nannte ähnliche Bedenken wie die CDU und machte nicht mit. Auch ihr erscheinen die finanziellen Unwägbarkeiten zu groß für die ohnehin von Geldsorgen geplagte Stadt.

Leitung ausgeschrieben

Nach dem Beschluss begannen im Rathaus sofort die Vorbereitungen, die bis dahin noch nicht angegangen werden konnten. Zu Jahresbeginn nahm Nettetal offizielle Gespräche mit dem Kreis auf, um die herauslösung des Jugendamtsbereichs Nettetal abzustimmen. Der Antrag geht auf dem Dienstweg an das Land, die Leitung des städtischen Jugendamtes Nettetal ist bereits ausgeschrieben worden.

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"Der Projektplan steht", verkündete Erster Beigeordneter Armin Schönfelder jetzt im Gespräch mit der Rheinischen Post. Im Unterausschuss Jugendamt ist er bereits diskutiert worden, in Kürze wird sich der Jugendausschuss ebenfalls damit befassen. Jugenddezernent Schönfelder will mit der Umsetzungskonzeption möglichst bereits im Sommer beginnen. Wann das städtische Jugendamt Nettetal seine Arbeit definitiv aufnimmt, kann er nicht sagen. "Da sind doch noch einige Dinge zu regeln, wir wollen jetzt auch nichts überstürzen, sondern sorgfältig und in Zusammenarbeit mit dem Kreis die anstehenden Aufgaben angehen", unterstreicht er.

Geklärt werden muss, wo das Jugendamt demnächst untergebracht wird. Im Laufe der nächsten Monate wird die Verwaltung wieder deutlich mehr Platz im Rathaus haben, weil das Jobcenter mit seiner Filiale in Nettetal aus dem Rathaus auszieht. Zu klären sind aber auch die Einbettung des Jugendamtes in den haushalt und die Steuerung der Finanzen. Die Rechtsvorschriften sind zu studieren und umzusetzen, es warten Verträge und Vereinbarungen mit anderen Dienstleistern. Schließlich sind Satzungen und die EDV-Einbindung zu regeln und nicht zuletzt müssen natürlich auch die inhaltlichen Themen festgelegt werden.

(RP)