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Nettetal: Auf behinderte Kunden nicht eingestellt

Nettetal : Auf behinderte Kunden nicht eingestellt

Das Netzwerk für Menschen mit Behinderungen diskutierte in der jüngsten Sitzung die Barrierefreiheit öffentlicher und privater Institutionen. Das ursprüngliche Signet des Landes NRW aus dem Jahr 2010 gibt es so aber nicht mehr.

Das Projekt "NRW ohne Barrieren" tut sich in Nettetal weiterhin schwer. Bisher haben sich nur das Infozentrum der Biologischen Station Krickenbecker Seen und eine Arztpraxis um die Vergabe des Signets beworben. Entsprechend groß ist die Enttäuschung im Netzwerk für behinderte Menschen, das sich jetzt intensiv mit diesem Thema befasste. Allerdings gibt es das 2010 verliehene Signet so nicht mehr. Im Augenblick wird an einem veränderten Konzept gearbeitet. Dazu ist eine Internetseite aufgebaut: http://informierbar.de.

Viele Gaststätten, Restaurants und Hotels, aber auch Arztpraxen und öffentliche Gebäude haben sich noch nicht auf behinderte Gäste oder Kunden eingestellt. Im März 2010 wurde das erste Signet "NRW ohne Barrieren" von der damaligen Behindertenbeauftragten NRW, Angelika Gemkow, an die Domschatzkammer in Essen verliehen. Sie erfüllte als erste Einrichtung in Nordrhein-Westfalen die Voraussetzungen für die noch neue Auszeichnung. Die Verleihung war der Start der landesweiten Signet-Vergabe. Damit sollte ein Zeichen gesetzt und Barrierefreiheit endlich als selbstverständlich etabliert werden. Die mit dem Signet verbundene Anerkennung für die Eigentümer von ausgezeichneten Gebäuden und Einrichtungen sollten andere anspornen, sich ähnlich einzurichten.

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"Menschen mit Handicap wünschen sich eine Orientierungshilfe, die ihnen anzeigt, dass sie in ein Geschäft, Hotel, Gaststätte, Kino oder Schwimmbad ohne Hindernisse hineinkommen und dort auch gut zurechtkommen", hieß es in der 8. Sitzung des Netzwerks. Das "Signet Nordrhein-Westfalen ohne Barrieren" gab bisher die Hilfe, wird so aber nicht mehr vergeben. "Das kleine Schild soll zeigen, dass dieses Gebäude für Menschen mit Behinderungen oder sonstigen Einschränkungen gut zugänglich ist", unterstrich Walter Brandt, stellvertretender Vorsitzender der Behindertensportvereinigung Nettetal.

Im vergangenen Jahr fanden Schulungen für die Signet-Vergabe durch die Agentur Barrierefrei NRW statt - zu spät wie die Mitglieder meinten. Für die anerkannte Barrierefreiheit müssten bestimmte bauliche und gestalterische Kriterien erfüllt sein. Sie stehen in einem besonderen Kriterienkatalog, berichtete Cornelia Heks, Sachgebietsleiterin im Fachbereich Senioren, Wohnen und Soziales, die als Download von der Seite der Agentur Barrierefrei NRW (www.ab-nrw.de) abgerufen werden können und nicht mehr direkt zum Aufgabengebiet des Behindertenbeauftragten Hans-Peter Killewald zählen.

Isabell Lorenz vom Info-Zentrum der Biologischen Station berichtete über die Begehung mit Mitgliedern des Netzwerkes. "Die Vielfalt der Behinderungen ist immens, von der Barrierefreiheit für Gehbehinderte bis hin zu gehörlosen und sehbehinderten Menschen", sagte sie. Sie habe vieles, was geändert werden müsste, von den behinderten Menschen selbst erfahren. "Uns liegt jetzt nur noch eine Bewerbung einer Arztpraxis aus Kaldenkirchen vor", berichtete Cornelia Heks. "Aber die Eigentümer der Gebäude müssen es auch wollen", fügte sie hinzu und stellt klar, dass eine Begehung keinesfalls eine Bewertung der Einrichtung ist: "Es werden lediglich die Kriterien-Punkte überprüft."

(ivb)