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Arthur Millers Klassiker „Hexenjagd“ war jetzt in Nettetal-Lobberich zu sehen

Kurzkritik : Junge Hexen und ein teuflischer Richter

Arthur Millers Klassiker „Hexenjagd“ war jetzt in Lobberich zu sehen

Psychologisch spannend, wenn auch teils in Hysterie abgleitend: So brachte das Euro-Studio Landorf den Klassiker „Hexenjagd“ auf die Bühne in der Werner-Jaeger-Halle.

Von den gut gefüllten Rängen gab es viel Beifall für die letzten Sätze des preisgekrönten Dramas: „Hexen gab es schon damals nicht. Aber noch immer ist die Welt in der Gewalt von Jägern.“ Dies sind Sätze, die den historischen Stoff – einer Hexenjagd in Salem des 17. Jahrhunderts – verbinden mit dem Schriftstellers Arthur Miller, der als Kommunist im Amerika der 1950er-Jahre die Kommunistenjagd von Senator Joseph McCarthy spürte. Sie zeigen auch, wie Irrglauben und Fanatismus genutzt werden, um Menschen zu jagen und zu brechen – aus Rache, Neid und Lust. Als John Proctor gefällt Wolfgang Seidenberg – ein Zweifler, der seine Frau Elizabeth (stark: Iris Boss) mit der jungen Abigail betrogen hat. Abigails (mal kraftvoll, mal überzogen: Hannah Prasse) Lügen, die eine eigene Sünde verbergen, fruchten – auch die schwankende Mary (anrührend: Sophie Schmitt) hält ihr nicht stand. In einer Atmosphäre der Angst, in der Nachbarn einander denunzieren, kann Proctor nur durch Lügen überleben. Sonst stirbt er als Mann mit Prinzipien.

  • Carsten Klemm.
    Theaterstück in Nettetal : „Hexenjagd“ in der Werner-Jaeger-Halle zu sehen
  • Eppingen : Polizei auf "Hexenjagd" in Eppingen
  • Grevenbroich : Erasmus-Gymnasiasten bei der "Hexenjagd"

Diabolisch gibt sich Carsten Klemm als Gottes Richter – die Zahl seiner Opfer zeigen immer mehr Kreuze auf der Bühne. Das weiße Kreuz, das das karge Bühnenbild dominiert, wird blutrot und teilweise zerfetzt – das Symbol der erfolgreichen Jäger.