Areal rund um Nettetal-West (früher Venete) vermüllt

Ärger über Lastwagen und Abfall : Areal rund um Nettetal-West vermüllt

Immer mehr Lastwagen parken in den Straßen rund um das Gewerbegebiet Nettetal-West in Kaldenkirchen. Die Anwohner ärgern sich über den zurückbleibenden Abfall. Der Rat hat die Stadt beauftragt, eine Lösung zu finden.

Ein sonniger Samstagnachmittag: 23 Lastwagen parken auf der Zillessen-Allee, der Verlängerung der Poststraße über den Kreisverkehr hinaus bis ins Gewerbe- und Industriegebiet Nettetal-West (früher „Venete“). Die Fahrzeuge dürfen dort eigentlich nicht stehen, denn am Beginn der Straße signalisiert das Verkehrszeichen 253, dass Lastkraftwagen über 3,5 Tonnen in die Straße nicht hineinfahren dürfen – „Anlieger frei“ gestattet eine Zufahrt zu den Baustellen.

Allerdings ist vom Fahrersitz aus kaum zu erkennen, was die Schilder bezwecken sollen, denn sie stehen oft nicht quer zur Fahrbahn, sondern längs – wie manchmal bei Baustellen auf der Autobahn, wenn Tempolimits noch nicht gelten.

Auch amm Sonntag um die Mittagszeit sind die beiden Parkstreifen entlang der Straße weiterhin voll besetzt. Auch am Ende, auf der quer verlaufenden Montel-Allee, stehen sechs Lastwagen einer niederländischen Spedition, die im nahen Railterminal Kaldenkirchen engagiert ist. Bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus: Einige Lkw vom Samstag haben ihren Standplatz verlassen, dafür sind andere hinzugekommen. Es sind in der Regel Laster aus Polen, Rumänien, Bulgarien und anderen osteuropäischen Staaten. Manchmal halten die Fahrer ein Schwätzchen. Einer hat sich eine Satellitenschüssel vorn am Führerhaus angeschraubt, um das Geschehen in der Welt auch hier verfolgen zu können.

An Werktagen ist die Parksituation  eine andere: Die Lastwagen sind bis auf drei oder vier verschwunden. Jetzt rauschen nur die Lastwagen mit Baumaterial für das Logistikcenter über die Straße, das im Dreieck Zillessenallee, Montelallee und der Straße „An der Kleinbahn“ (früher Venloer Straße Richtung Schwanenhaus) entsteht.

Zurückgeblieben ist Plastikmüll an der Straßenböschung. Der ist zum Ärgernis geworden. In der jüngsten Sitzung des Stadtrates sprach der CDU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Boyxen von einer „Vermüllung“ des Gebietes, die kein Aushängeschild für die Stadt sei. Auch Manfred Schmitz (Blaue Fraktion) hatte „schlimme Zustände“ gesehen; die leeren Flaschen im Gras ließen darauf schließen, „dass in erheblichem Maß Alkohol getrunken wird“. Boyxen beklagte, dass die Speditionen in der Fürsorgepflicht für ihre Fahrer versagten.

Die behördlichen Zuständigkeiten rund um die Durchfahrt für Lastwagen sind an dieser Stelle nicht einfach.. Die Polizei ist zuständig für ein Strafmandat, wenn das Verkehrszeichen 253 nicht beachtet wird. Am Kreisverkehr könnten sich Fahrer damit herausreden, das um 90 Grad verdrehte Schild nicht gesehen zu haben.

An der Zufahrt von der Montel-Allee  (gleich an der Autobahnabfahrt Nettetal-West) steht zwar auch das „Durchfahrt für Lastwagen Verboten“-Schild, doch ist es mit zwei Streifen kreuzartig durchgestrichen. Eine Absperrung der Straße mit Gittern ist zwei Wochen später wieder entfernt worden. Illegal?

Dass von der Polizei „von ausländischen Fahrern regelmäßig Geld einbehalten“ werde, teilte Kämmerer Norbert Müller mit, der seit einigen Monaten auch Ordnungsdezernent ist. Gegen das Parken könne die Stadt nicht einschreiten, da kein Parkverbot eingerichtet sei, wohl aber gegen „Kampieren“ und auch gegen Müllablagerungen, wenn diese „zielgerichtet nachgewiesen werden können“.

Die Verwaltung erhielt von den Ratsmitgliedern den Auftrag, „eine langfristige Lösung“ zu suchen. An der wird im Rathaus auch im Gespräch mit der Polizei und dem Kreis gearbeitet, so Stadtsprecher Jan van der Velden. Doch es werde wegen der komplizierten gesetzlichen Gemengelage wohl noch etwas dauern.

Immer wieder bleibt Müll an den Straßenrädern zurück. Foto: Manfred Meis
Besonders an Wocheneden werden die Zillenssen-Allee und die übrigen Straßen rund um das Gewerbeareal von Lastwagen zum Parken genutzt. Foto: Manfred Meis

Kurzfristig hat die Stadt gehandelt und den Müll an den Straßenrändern aufgesammelt, der sich schon auf die anliegenden Felder ausbreitete. Außerdem wurden einige graue Mülltonnen aufgestellt und fest an Laternenmasten angebunden.