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Nettetal: Alte Kunst in neuer Werkstatt

Nettetal : Alte Kunst in neuer Werkstatt

Die Ausstellung "Korb und Weide" im Landschaftshof Baerlo wurde vergrößert. Interessenten können die alte Handwerkskunst des Korbflechtens jetzt in der neuen Korbmacherwerkstatt erlernen.

Leutherheide Josef Philippen war extra aus Heinsberg-Kirchhoven zum Landschaftshof nach Leutherheide-Baerlo gekommen, um Bernd Rosenkranz, dem Vorsitzenden der AG Biotopschutz Nettetal, einen alten Korb-Puppenwagen zu schenken. "Wir haben in drei Generation Kopfweiden angepflanzt", erzählt Josef Philippen, dessen Großvater in seiner Freizeit altes Bruchgelände bearbeitete, urbar machte und dort Kopfweiden anpflanzte. Um einen Morgen Land zu bearbeiten, benötigte sein Opa damals 14 Tage, "als dann die ersten Maschinen kamen, ging es schneller", so Josef Philippen.

Kurse für Besucher

Diese alten Gerätschaften stehen heute bei Bernd Rosenkranz im Landschaftshof und zeugen von der alten Kopfweiden-Kultur. "Die Nutzung der alten Kulturlandschaft war Voraussetzung für ihre Gestaltung", so Professor Dr. Wilfried Stichmann von der Nordrhein-Westfalen Stiftung. Gemeinsam mit vielen Besuchern, Ehrengästen aus Politik, Natur- und Landschaftsschutz, war er nach Leutherheide Baerlo gekommen, um dort die Erweiterung der Ausstellung "Weide und Korb" zu feiern. Diese konnte nun um eine rund 50 Quadratmeter große Korbmacherwerkstatt vergrößert werden. Künftig soll hier die alte Handwerkskunst den Besuchern näher gebracht und das Korbflechten in verschiedenen Kursen unterrichtet werden.

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"Das Flechten von Matten und Körben ist eine der ältesten handwerklichen Fertigkeiten, und hier auf dem Landschaftshof wird die Geschichte erlebbar, wir brauchen nicht viel reden, sondern uns nur umschauen", sagte Jean Pütz, der schon zum vierten Mal als Schirmherr verschiedener Einrichtungs-Elemente auf dem Landschaftshof in Leutherheide zu Gast war. Mit unterschiedlichen Aktivitäten, die auf dem Landschaftshof stattfinden, verdiene der "Idealist" Bernd Rosenkranz ein großes Kompliment, unterstrich Professor Dr. Stichmann am Ende den unermüdlichen Einsatz des Breyellers und seines Teams.

Anschließend zeigten die Korbflechter Uwe Schneider, Horst Hermanns, Jürgen Tüffers und Reinhold Drawz, wie Weiden zu einem Korb verarbeitet werden, der auch in der Neuzeit noch Verwendung findet. Umrahmt wurde die Einweihungsfeier durch das Trompeten-Ensemble der Kreis-Musikschule unter der Leitung von Hans-Ullrich Bohla. Die Moderation übernahm Karl Fleuth vom Kulturkreis der Wirtschaft. "Hier kann sich jeder über die alte Tradition des Korbflechtens informieren", zeigte er sich begeistert.

(ivb)