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Nettetal: "Allstars" verpassen Titelverteidigung

Nettetal : "Allstars" verpassen Titelverteidigung

Das Turnier "soccer@midnight" der Jugendzentren in Nettetal und Bracht sowie des Streetworks Nettetal lockte wieder mehr als 250 Jugendliche unterschiedlicher Herkunft an. Sie traten in zum Teil gemischten Teams gegeneinander an.

Nein, Sorgen muss sich niemand machen. Wenn die "Cocain Cowboys" gegen die "Call Shop Mafia" rüsten, dann handelt sich nicht um den Kampf zwischen jugendlichen Straßengangs mit kriminellem Hintergrund. Im Gegenteil. Da spielen einfach Jungs gegeneinander Fußball, ohne als Teams in einem Sportverein organisiert zu sein. Übrigens – die Kokain-Kuhjungen gewannen die Finalbegegnung der unter 18-Jährigen gegen die mafiösen Telefon-Geschäftsleute mit 2:0.

Seit über zehn Jahren richten die Nettetaler Jugendzentren Oase Breyell, Spielecafé Kaldenkirchen, die Lobbericher Arche und das Hinsbecker Jugendheim sowie das Jugendzentrum Kolibri Bracht mit Streetwork Nettetal ein Hallenfußball-Turnier aus. "Soccer@midnight" ist längst eine Institution geworden, die sich einen festen Platz im Veranstaltungskalender junger Leute erobert hat.

Die Organisatoren haben das Turnier zweigeteilt. Am frühen Nachmittag starten die Jugendlichen von 14 bis 17 Jahren, danach kicken die 18- bis 24-Jährigen. In diesem Jahr zog das Turnier in der Halle an der Süchtelner Straße mehr als 250 aktive Fußballerinnen und Fußballer an. Zwar wurde keine reine Mädchen-Mannschaft gemeldet, doch "vermischten" sich Mädchen und Jungen in einigen Teams.

Luca, Chris und Robert sorgten für die musikalische Umrahmung, die Leitung des Turniers lag in den bewährten Händen von Dirk Engels von der "Oase" in Breyell. Den Start eröffneten die nihilistischen Spieler des "No Name" gegen den "AC Niemand". Schon beim ersten Vorrundenspiel feuerten Zuschauer auf den Rängen ihre Lieblinge unten auf dem Platz in der Turnhalle kräftig an. Es siegten zum Auftakt die "No Names" mit 3:0. Mit dem Erreichen des Halbfinals am Ende des Turniers verschafften sie sich also zumindest sportlich noch einem Namen.

Der siebzehnjährige Younice geriet beim Coachen seiner Mannschaft, den "Habili Allstars", total in Stress. Dafür setzt sich sein Team aber gegen die "Red Bulls" mit einem Sieg durch. Zwischenfälle gab es bei aller Motivation auf dem Feld und am Rande keine. Für die Sanitäterinnen Nicole Barrak und Kathi Findeisen verlief der Tag ruhig, hier und da behandelten sie mal eine Prellung mit Eis-Spray, dort verarzteten sie eine Schramme am Knie eines Kickers. Größere Verletzungen hatten sie jedenfalls nicht zu versorgen.

Bei den Unter-18-Jährigen setzten sich im Turnier die "Cocain Cowboys" mit 2:0 gegen die "Call Shop Mafia" durch und bestiegen das Siegertreppchen. In der Klasse der größeren Spieler setzte sich der Titelträger des vergangenen Turniers, die "Nettetal Allstars", im Halbfinale gegen die "DFB Auswahl" durch. Es schien alles auf eine erfolgreiche Titelverteidigung hinauszulaufen. Doch unterlagen die "Allstars" im spannenden Finale gegen die "Young Bad Boys" nach Sieben-Meterschießen mit 2:3. Die neuen Gewinner feierten ihren Sieg entsprechend groß.

Es war weit nach Mitternacht, als die Organisatoren geschafft, aber glücklich ins Bett fielen. Zuschauer wie Spieler erlebten eine gelungene Integration und ein friedliches Miteinander der Nationalitäten. "Das Jugendheim Hinsbeck bot wieder den kostenlosen Fahrdienst an, damit jeder gut nach Hause kommt", unterstrich Marie-Luise Hellekamps. Viele junge Menschen hatten sich während der Veranstaltung engagiert, zum Beispiel im Thekendienst. Die AIDS-Hilfe im Kreis Viersen sowie die Schwangerschaftskonflikt-Beratung des Kreises informierten die Jugendlichen und standen Rede und Antwort.

(ivb)