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Nettetal: Agrobusiness ist die Wachstumsbranche

Nettetal : Agrobusiness ist die Wachstumsbranche

Schon heute arbeiten rund 25 Prozent Männer und Frauen in Nettetal und Umgebung im Agrobusiness. Die Fraktionen im Nettetaler Stadtrat luden die Bürger ein, sich über den Sachstand im Gewerbepark Venete zu informieren.

Nachts leuchtet Venete. Die Lampen der Haupterschließungsstraßen beleuchten aber bisher nur auf den Gehwegen wucherndes Grün. Kein Wunder, dass gut drei Jahre nach Fertigstellung des neuen Autobahnanschlusses die Ungeduld bei manchem Bürger wächst. "Wann endlich lässt sich ein Unternehmen hier nieder? Wann gibt es die versprochenen neuen Jobs?" fragen sich viele Bürger. Antworten darauf hätten sie am Montagabend in der Realschul-Aula in Kaldenkirchen erhalten — wären sie nur zahlreicher gekommen.

So schlecht, wie mancher meinen mag, sieht es um den Gewerbepark keineswegs aus. Darum haben sich die sechs im Stadtrat vertretenen Fraktionen der Parteien und Wählergemeinschaften entschieden, trotz des Kommunalwahlkampfs gemeinsam ein Bekenntnis für die Zukunft dieses Gebiets zu geben. 30 meist ältere Bürger, überwiegend aus Kaldenkirchen und Leuth, kamen und stellten ihre Fragen. Ihnen standen fast ebenso viele Vertreter aus Politik, Verwaltung und Beratungsunternehmen gegenüber.

Bürgermeister Christian Wagner berichtete, die Stadt habe mittlerweile die erste Baugenehmigung erteilt. Es gebe recht erfolgversprechende Gespräche mit einem international operierenden Unternehmen, dessen deutsche Repräsentanten nun aber in den USA die Zustimmung für eine Ansiedlung einholen müssten. Wagner redete nicht um den heißen Brei herum. Die Investitionsbereitschaft von Unternehmen sei nach der schweren Finanzkrise 2008 immer noch gering. Es gebe allerdings Anzeichen dafür, dass sich dies ändere. Er räumte ein, dass eine fast erreichte Ansiedlung schlicht an firmeninternen Veränderungen scheiterte. "Das geht heutzutage mitunter innerhalb weniger Stunden", bestätigte Wirtschaftsförderer Dietmar Sagel.

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Jörg Lennerdt arbeitet mit der Dortmunder ExperConsult seit gut zwei Jahren für die Stadt. Ausführlich schilderte er, warum sich Nettetal auf die Branche Agrobusiness konzentriere: Rund 25 Prozent aller Arbeitsplätze in Nettetal und Umgebung gehören der Branche an. Wenn überhaupt, dann verzeichnet diese Branche Wachstumsraten — bundesweit seit vier bis fünf Jahren weit über 40 Prozent. Drei Hochschulen in unmittelbarer Umgebung Nettetals bieten verschiedene Studiengänge mit diesen Schwerpunkten an. "Bündelt man dies und weitere Vorteile wie die Grenznähe und die hervorragende Lage von Venete, dann wird verständlich, warum Nettetal die Agrobusiness-Karte spielt."

Lennerdt machte aber auch deutlich, dass Venete Grundbedingungen für ansiedlungswillige Unternehmen stellt: Es muss eine nachhaltige Struktur geschaffen werden, die möglichst viele Jobs und hohe Wertschöpfung schafft. "Es soll kein Geld mit der Vermarktung der Grundstücke, sondern mit Steuereinnahmen bei erfolgreichen Unternehmen verdient werden", unterstrich der Bürgermeister.

Wagner hob hervor, dass die Stadt sehr daran interessiert ist, auch heimischen Betrieben in Venete neue Grundlagen zu bieten. Die Bestandspflege werde nicht vernachlässigt. Wer sich dort nicht ansiedeln will oder kann, wird schon bald entlang der Dülkener Straße in Breyell baureife Grundstücke vorfinden.

(RP)