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Nettetal: Agrarsektor unter der Lupe

Nettetal : Agrarsektor unter der Lupe

Die grenzüberschreitende Wirtschaftskraft im Agrarsektor wird in einem Interreg-Projekt wissenschaftlich untersucht und soll als Basis für Konzepte der Zukunft dienen. Ergebnisse sollen im Oktober vorliegen.

Als "Diamanten der Region" bezeichnet Heijn Vrolijk, Unternehmensberater des Netzwerks "Frisse Blik", das Agrobusiness in der Region Venlo und am Niederrhein. Auf der Grundlage des "Diamanten-Modells", das der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Michael Porter zur Analyse von nationalen Wettbewerbsvorteilen von Unternehmen entwickelte, sollen alle Betriebe unter die Lupe genommen werden, die mit dem Agrarsektor zu tun haben.

Das geschieht in einer statistischen Analyse, in rund 60 Interviews mit Unternehmern und Wissenschaftlern, in einigen Workshops sowie mit Pilotprojekten in den Bereichen Behörden, Unternehmen, Forschung und Bildung. Bereits Ende Oktober sollen die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen.

Viele Mitstreiter gewonnen

Angestoßen hat die Untersuchung die Stiftung "Greenport Venlo", die nach der Floriade den Bereich nördlich und westlich der Weltgartenbauausstellung entwickeln will. Sie hat sich dazu etliche Mitstreiter aus Hochschulen, Kammern, Gemeinden und Verbänden geholt und sich über die Euregio Rhein-Maas-Nord die maßgebliche Finanzierung der 250 000 Euro über ein Interreg-Programm der Europäischen Union geholt. Der NRW-Pavillon auf der Floriade war denn jetzt auch Ort der "Kick-off"-Veranstaltung, obwohl die ersten Arbeiten schon im Februar begonnen hatten.

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Nach den bisherigen Datenerhebungen sieht Vrolijk die Region Venlo/Niederrhein als ein "winning team", da hier noch Flächen für den Agrarsektor hinzukommen, während sie im Westen des Landes an den Küsten abnehmen. Hier sei die Innovationsbereitschaft größer als im Westen. Dass die Region mit ihren Produkten aus Pfund- oder Kilo-Basis wuchern kann, belegten Dr. Dany Jacobs, Lektor an den Hochschulen von Arnheim und Nijmegen (HAN), und der Geldener Wirtschaftsförderer Tim van Hees mit eindrucksvollen Zahlen.

Danach liegen 21 Prozent der Unterglasflächen Deutschlands am Niederrhein. Hier wächst auf 5186 Hektar Gemüse unter freiem Himmel, hinzu kommt noch der Spargel auf 731 Hektar. Rund 221 Millionen Kilogramm Blumenkohl werden im Rheinland geerntet. "Doch gemeinsam können wir mehr", meinte Tim van Hees mit einem Blick auf seinen Hochschul-Kollegen, der vom niederländischen Markt als dem "Gateway to Europe" sprach. Van Hees sah allerdings auch Schwächen: zu wenig Produktdifferenzierung, zu wenig Synergie mit der Erlebniswirtschaft, also Salat und Tomaten ohne gastronomischen Sex-Appeal.

Nettetals Bürgermeister Christian Wagner rechnet als Vorsitzender des seit 1. Mai operativ tätigen Vereins "Agrobusiness Niederrhein" mit einer guten Datenbasis, auf der "wir dann unsere Vorteile konkret angehen und Konzepte entwickeln können". FRAGE DES TAGES

(mme)