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Nettetal: Abt Amandus Prick, der sprechende Trappist

Nettetal : Abt Amandus Prick, der sprechende Trappist

Wim Rhebergen hat ein Buch über den 95-jährigen Abt Amandus Prick geschrieben – und viel über das Leben im Kloster erfahren. "Dom Amandus Prick, een sprekende trappist" heißt der Titel.

Wim Rhebergen hat ein Buch über den 95-jährigen Abt Amandus Prick geschrieben — und viel über das Leben im Kloster erfahren. "Dom Amandus Prick, een sprekende trappist" heißt der Titel.

"Darüber könnte man ja ein Buch schreiben." Das geflügelte Wort kam dem Psychologen Wim Rhebergen vor zweieinhalb Jahren in den Sinn, als er Abt Amandus Prick (95) näher kennenlernte. Der Autor des Buches "Dom Amandus Prick, een sprekende trappist" (ein sprechender Trappist) besuchte den betagten Ordensmann einmal wöchentlich. Er wollte direkt etwas über das Ordensleben im Kloster erfahren.

Rhebergen hatte Glück. Der Abt des Ordens, der ein Schweigegelübde verlangt, sagte zu. Die beiden Männer erzählten viel miteinander, übersetzten, diskutierten und philosophierten. Er lernte verschiedene Charaktere kennen, "die Persönlichkeiten, die so sonderlich sind, dass sie Neigung zum Trappistenkloster bekommen", wie Amandus Prick formuliert.

Der Abt im Ruhestand des Trappistenklosters Uhlingsheide Tegelen trat mit 21 Jahren im Jahr 1938 in Orden ein. Das Kloster war gekennzeichnet durch geweihte Stille und Askese. 1956 wurde er zum Abt gewählt. Jetzt schaut er, 95 Jahre alt, auf die Geschichte "seines Klosters" zurück. Es hat sich viel verändert. Das Zusammenleben, die Kirche, die Moral und er selbst. Der aus Südlimburg stammende junge Mann reiste durch die ganze Welt und trachtete danach, den Erneuerungen nach dem zweiten Vatikanischen Konzil Struktur zu geben.

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Er wollte kein Revolutionär sein, er ging mit den Werten der Erneuerungen im Glauben. Seine Betrachtungen zeugen von einer durch das Klosterleben gereiften Lebensvision. Seine relativierende und ironische Sicht der Dinge ist erfrischend. Der Abt war bereit, die Klosterarchive zu öffnen.

Denn die schweigenden Mönche haben viel geschrieben — nicht nur fromme Texte. Sie berichten über Stifter und ihre Beweggründe. Über die Anfangsjahre, die Erhöhung des Klosters zur Abtei, die schrecklichen Kriegsjahre, den Prozess der Erneuerung und die Zeit danach. Bemerkenswert ist, dass Prick einen Autor nahm, der nicht der römisch-katholischen Kirche angehört.

Auch wer nicht auf der Höhe der katholischen Kirche und des Klosterlebens ist, wird gebannt sein von den menschlichen Aspekten des Klosterlebens und der sprudelnden Spiritualität von Abt Amandus Prick.

(RP/rl)