Nettetal: 6,3 Millionen Euro für die Werner-Jaeger-Halle

Nettetal: 6,3 Millionen Euro für die Werner-Jaeger-Halle

Im Hauptausschuss gab es gestern Abend neue Kostenschätzungen. Die Technische Beigeordnete zeigte den Handlungsbedarf auf

Gestern Abend hat die Verwaltung den Mitgliedern im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss Details zu den Sanierungskosten für die Werner-Jaeger Halle vorgestellt. Rainer Lankes vom NetteBetrieb legte aktualisierte Schätzungen für die Sanierung in Eigenleistung (Variante 1), für die Sanierung nach öffentlich-privater Partnerschaft (Variante 2) und für den Neubau nach ÖPP-Modell (Variante 3) vor. Für die Kernsanierung werden jetzt 6,33 Millionen Euro veranschlagt; bisher waren es rund sechs Millionen Euro); bei einem Vertragsabschluss mit einem Partner wären es 6,01 Millionen Euro. Die Variante 3 berechnete Lankes mit 7,51 Millionen Euro.

In der gemeinsamen Sitzung des Kultur- sowie Schul- und Sportausschusses hatten die Mitglieder für eine Sanierung mit Nutzwerterweiterung votiert. Die Ausgaben dafür hatten sie auf 600.000 Euro begrenzt. Die Verwaltung hat vorgeschlagen, den Eingang zu verlegen; der Haupteingang soll barrierefrei werden und die Bewirtung der Besucher soll optimiert werden. Außerdem soll eine flexiblere Nutzung auch für Kleinkunst- und Kleinveranstaltungen möglich werden.

Die neue Kalkulation ist notwendig, da beim späteren Baubeginn eine neue Energie-Einsparverordnung (EnEV) gilt; geplant war die Hallen-Sanierung bereits früher. Der Anstieg vom Baupreis-Index musste ebenfalls in den neuen Schätzungen berücksichtigt werden. "Dies sind die nackten, ehrlichen Zahlen", sagte Bürgermeister Christian Wagner (CDU).

Hajo Siemes (WiN-Fraktion) warf erneut die Frage auf, warum nicht nur notwendige Reparaturen ausgeführt werden - dies sei billiger als eine Kernsanierung oder ein Neubau. Bürgermeister Wagner erwiderte: "Eine einfache Lösung wie eine Dachsanierung funktioniert nicht." Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche erläuterte die "zahlreichen bautechnischen Probleme": "Das Dach wird zwar nicht zusammenfallen, ist aber aus statischen Gründen nicht mehr dauerhaft zu nutzen." Auch beim Brandschutz müsse nachgerüstet werden. Würde man das Dach nicht sanieren, müsste alle fünf Jahre ein neuer Schutzanstrich aufgebracht werden - und dies sei kompliziert.

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Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen zunächst die Vorbereitungen, dann die Ausschreibungen erfolgen. Noch hat die Politik nicht entschieden, ob die Stadt das Vorhaben in eigener Regie oder mit einem privaten Partner (ÖPP-Modell) realisieren wird. Bei der Eigenvergabe muss sie sich um die Planung, die Leistungsverzeichnisse für die Einzelgewerke sowie deren Ausschreibung und Vergabe selbst kümmern. bei einem ÖPP-Modell können aufgaben delegiert werden.

Ab 1. Januar 2019 soll mit der grundlegenden Instandsetzung begonnen werden. Die Bauzeit wird mit 18 Monaten kalkuliert. Noch nicht in den Kostenschätzungen enthalten sind Mieten: Für die Dauer von 1,5 Spielzeiten muss die Stadt eine alternative Veranstaltungsstätte und die passende Technik anmieten. Die Ausgaben dafür werden zurzeit auf 165.000 Euro geschätzt. Zum 1. Juli 2020 soll die Bühne in der sanierten Werner-Jaeger-Halle erstmals bespielt werden.

Wie es in den Gremien weitergeht: Die Verwaltung soll die nutzwerterweiternden Maßnahmen konkretisieren. Am 1. März trifft sich der Arbeitskreis Werner-Jaeger-Halle; am 16. März tagt dann der Schulausschuss.

(busch)