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Nettetal: 50 Jahre auf 20 Plakaten

Nettetal : 50 Jahre auf 20 Plakaten

Die Nettetaler Gruppe von Amnesty International zeigt in der Lobbericher Sparkassenfiliale eine Ausstellung anlässlich des 50. Geburtstags der Organisation. Die Plakate sollen zur weiteren Vertiefung anregen.

20 Plakate und ein Film in Endlosschleife sollen ab Montag, 27. Februar, die Aufmerksamkeit der Sparkassenkunden in Lobberich auf sich ziehen — aber auch Besucher anlocken, die gezielt zur Ausstellung kommen. Die Nettetaler Gruppe von Amnesty International zeigt in der Filiale bis zum 8. März, wie sich das Mandat der weltweit tätigen Organisation in den 50 Jahren ihres Bestehens verändert hat. Die Eröffnung ist am 27. Februar um 11 Uhr.

"Die Ausstellung gibt einen Überblick über die Themen, denen sich Amnesty in den vergangenen Jahrzehnten zugewandt hat", sagt Hubert Lowis, Sprecher der Nettetaler Gruppe. Ging es anfangs schwerpunktmäßig um die Freilassung politischer Gefangener, kam in den 70er-Jahren der Kampf gegen Todesstrafe und Folter hinzu. In den 80ern kam das Flüchtlingsproblem in Bürgerkriegsländern in den Fokus, in den 90ern war der Kampf gegen die Straflosigkeit von gefallenen Diktatoren aktuell. "Nach 200 hat sich die Organisation auch der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte angenommen, die vorher kaum eine Rolle gespielt hatten", sagt Lowis, der die Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Terror als gerade aktuelles Thema nennt.

Eindrucksvolle Bilder

Die Plakate der Wanderausstellung zeigen eindrucksvolle Bilder, ergänzt durch kurze Texte. "Sie sollen vor allem dazu anregen, sich zu Hause weiter mit den Themen zu beschäftigen", sagt Lowis. Zudem liegen Materialien zum Mitnehmen bereit. Freuen würde sich Lowis auch, wenn die nur noch zehn Frauen und Männer zählende Nettetaler Sektion auf diese Weise neue Mitglieder gewinnen könnte. "Aber wir sind nicht überoptimistisch."

Einmal im Monat treffen sich die Nettetaler Amnesty-Mitglieder und versuchen, einen lokalen Bezug zu den großen Kampagnen der Organisation herzustellen. "In Zusammenarbeit mit der Kreis-Volkshochschule organisieren wir beispielsweise Veranstaltungen", erklärt Sprecher Lowis. "Wirtschaften mit Verantwortung" lautet das Thema für 2012, und derzeit wird überlegt, wie dieses lokal runtergebrochen werden kann.

Eine wichtige Aufgabe der örtlichen Gruppen von Amnesty International ist allerdings auch die Finanzbeschaffung, um die Arbeit der Organisation zu ermöglichen. 2000 Euro pro Gruppe und Jahr sollten es sein, sagt Hubert Lowis. Um dies zu erreichen, hat die Gruppe Nettetal einen Bücherstand auf dem Christkindlmarkt in Breyell, alle zwei Jahre findet ein Benefizkonzert des Nettetaler Kammerensembles statt, und im März vergangenen Jahres wurden mit "Künstler für Amnesty" in der Stadtbücherei 3000 Euro durch den Verkauf von Werken heimischer Künstler eingenommen.

(RP/rl)