450 Zuhörer erlebten in Nettetal eine ausgelassene Hitparade mit Musikern von Grönemeyer bis The Weather Girls

Lobberich : Pop-Hits am laufenden Band

Bereits zum siebten Mal kam Saxophonist Wolf Codera mit Session Possible nach Nettetal. Rund 450 Zuschauer erlebten im Seerosensaal eine ausgelassene Hitparade.

Mit einem fulminanten Konzert ist das alte Jahr zu Ende gegangen. Im Seerosensaal wurde es am Samstag kuschelig eng. Für Wolf Coderas Session Possible war in der Mitte des Raumes die Bühne aufgebaut, das Publikum verteilte sich auf alle Seiten. Etwa 450 Karten waren beim siebten Gastspiel verkauft worden, kein Vergleich zum ersten Mal, wo man vor 140 Leuten spielte. Dass dieser Gig überhaupt nach Nettetal kommt, hat mit dem Mitorganisator des Konzertes, Torsten Adolph, zu tun. Unterstützt wird das Konzert vom Lobbericher Unternehmen „airable“, dessen Geschäftsführer Heiko Meertz zusammen mit Adolph vor fast 35 Jahren am Werner-Jaeger-Gymnasium Abitur gemacht hat. Man kennt sich, man hilft sich, die Kulturlandschaft vor Ort zu unterstützen.

 Das Konzept von Session Possible ist überzeugend wie einfach. Außerhalb der Musikszene kennt kaum jemand den Keyboarder Markus Zimmermann oder den Schlagzeuger Benedikt Stehle. Aber man kennt Herbert Grönemeyer, The Weather Girls oder Anastacia; Künstler, mit denen diese Musiker getourt sind oder Songs im Studio aufgenommen haben. Saxophonist Wolf Codera hatte vor mehr als 17 Jahren die zIdee zu Session Possible. Damals war Codera zusammen mit dem Schlagzeuger Martin Stöck von Pur und dem „TV Total“-Bassisten Claus Fischer auf einer Deutschland-Tournee mit „Stimmen aus dem Phantom der Oper“. Doch bei den Sound-Checks spielten die Musiker keine Musical-Stücke, sondern coverten Songs, die sie mochten. Das machte ihnen so viel Spaß, dass sie das auch einem Publikum vermitteln wollten. Und dieser Spaß war ihnen in Lobberich anzumerken. Der übertrug sich aufs Publikum, das begeistert mitging und teilweise die Texte mitsang. Mittlerweile hat Codera einen Pool aus 3000 Musikern, die in immer wieder neuen Konstellationen zusammen auftreten. So wird das Konzert mit einer Probe vorher zu einer echten Session, wo jeder genau auf den anderen hören und eingehen müssen.

Keyboarder Markus Zimmermann, der zuletzt als Sänger mit Grönemeyer auf großer Tournee war, begann das Konzert gleich mit einem Hammer: „Rocket Man“ von Elton John. Nach diesem grandiosen Beginn wechselten sich verschiedene Sänger mit unterschiedlichen Klangfarben ab. Ray Scott Pardue interpretierte George Michaels „Freedom 90“ quirlig, und die sehr junge Paula Stiers, gerade als Talent des Monats von einem Casting-Portal gekürt, coverte den Bond-Song „Skyfall“ von Adele. Oder „Happy“ von Pharell Williams. Von Jenna Akua mit toller Soul-Stimme hätte man gerne mehr gehört, und Mirjam von Eigen war auf der Bühne immer eine Gute-Laune-Garantie, wenn sie sang „Do You Love Me?“. Alle waren schon bei früheren Konzerten in Lobberich dabei und wollten gerne wiederkommen. Neu war der niederländische Gitarrist und Sänger Jordi Martin dabei. Im Seerosensaal kam er bestens an. Er startet gerade im Nachbarland als Solokünstler durch. Je nachdem, wo man stand, waren insgesamt die Texte schwer zu verstehen. Aber viele Hits sind so präsent, dass das Publikum einfach mitsang.