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Nettetal: 450 Jugendliche lernen Nettetaler Betriebe kennen

Nettetal : 450 Jugendliche lernen Nettetaler Betriebe kennen

Am morgigen Donnerstag öffnen 83 Firmen ihre Türen

Markus Jansen (46), Chef der Bäckerei Göbbels an der Breyeller Hauptstraße, backt beim Thema Lehrlingssuche kleine Brötchen: "Viele Jugendliche wissen gar nicht mehr, dass Brotbacken ein Handwerk ist." Es sei schwierig, Auszubildende zu finden - für die Backstube ebenso wie für den Verkaufsraum. Jansen selbst hat 1987 seine Ausbildung gemacht; damals habe es 93 Azubis gegeben. Heute sei es im Kreis Aachen gerade mal eine einzige Klasse. "Wir sind ein aussterbender Beruf", sagt der Bäcker bedauernd - und hofft weiter auf einen Lehrling für 2018.

Eine Chance, noch Nachwuchs zu finden, ergreift Jansen - wie 82 andere Unternehmer und Dienstleister - beim "Tag der offenen Tür" in den Nettetaler Betrieben. Am morgigen Donnerstag können alle Achtklässler der weiterführenden Schulen in Nettetal die Arbeitsabläufe in unterschiedlichen Firmen kennenlernen. Zudem machen die Jugendlichen vom Rhein-Maas-Berufskolleg ab der elften Klasse mit. "Insgesamt werden 450 Jugendliche dabei sein", sagt Rathaus-Sprecher Jan van der Velden. Die Zahl der teilnehmenden Firmen sei mit 83 so hoch wie in den vergangenen Jahren. Der Ausbildungstag sei auch in der neunten Auflage unverändert ein Erfolgsmodell. "Die Veranstaltung ist regional einmalig und zeigt, wie stark die Partnerschaft von Schulen, Wirtschaft und Stadt in Nettetal ist", so Bürgermeister Christian Wagner (CDU). Insgesamt 180 Berufsbilder können die Jugendlichen kennenlernen. Das Spektrum reicht von Büro (Anwaltskanzlei, Steuerberater, Baugesellschaft Nettetal, Innenarchitektur) über Handel (Friseur, Lebensmittelmarkt, Apotheke) und Handwerk (Bäcker, Dachdecker, Maler, Lackierer, Schreiner, Gartenbau) bis zu Dienstleistungen (Banken, Agentur für Arbeit, Verwaltung, Polizei) und sozialen Berufen (Kitas, Altenheime, Krankenhaus). Oft bietet ein Unternehmen mehrere Ausbildungschancen. Ein Beispiel: Im Krankenhaus erhalten neben künftigen Pflegern auch Bürokaufleute und Köche eine Ausbildung.

(busch)