Nettetal: 2015 muss alles dicht sein

Nettetal: 2015 muss alles dicht sein

Private Grundstückseigentümer müssen ihre Kanal-Hausanschlüsse auf Dichtheit prüfen lassen. Die Stadt Nettetal bereitet dazu eine Satzung vor. Sachkundige Prüfer stehen auf einer offiziellen Liste des Landes.

Die Frage, ob er ganz dicht sei, stellt sich bis 2015 für jeden Grundstückseigentümer auf handfeste Weise. Nach dem Landeswassergesetz müssen bis dahin alle privaten Hausanschlüsse an die Kanalisation auf ihre Dichtheit geprüft und eventuelle Leckagen im Rohr geschlossen sein. Beides muss gegenüber der Stadt nachgewiesen werden. Fachleute schätzen die Kosten der reinen Prüfung auf 300 bis 500 Euro.

Der Landesgesetzgeber hat der Stadt allerdings den Weg offen gelassen, den sie beschreiten will. Zur Vorbereitung einer Satzung wird eine interfraktionelle Arbeitsgruppe jetzt die Köpfe zusammenstecken. Ihr Ziel ist es, eine auf die Nettetaler Bedürfnisse zugeschnittene Grundlage zu schaffen. Dabei dürfte auch festgelegt werden, in welcher Form die Bürger informiert werden.

Kanalhaie unterwegs

"Es ist einiges los auf dem Markt", berichtete im Betriebsausschuss der Ingenieur Marco Schlüter vom Gelsenkirchener IKT-Institut für Unterirdische Infrastruktur. Er warnte die Bürger eindringlich davor, sich auf "Kanalhaie auf Beutezug" einzulassen. Die Liste der zugelassenen "Sachkundigen für Dichtheitsprüfung privater Hausanschlüsse" kann beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) eingesehen werden. In Nettetal und näherer Umgebung findet sich ungefähr ein Dutzend zertifizierter Fachleute. Sie persönlich, nicht die Betriebe, haben die Zulassung.

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Die Dichtheit eines Anschlusses kann über eine TV-Inspektion oder durch eine Druckprüfung (mit Luft oder Wasser) festgestellt werden. Schlüter riet der Stadt, eine Anlaufstelle zu schaffen, die die Bürger umfassend berät und Missbrauch durch dubiose Unternehmen verhindert. Betrüger verdienten sich bereits jetzt mit fehlerhaften oder überteuerten Prüfungen und Sanierungen goldene Nasen. So biete nicht einmal die LANUV-Liste ausreichenden Schutz. Dort seien auch bereits zweifelhafte "Experten" vermerkt. "Es weiß offensichtlich keiner, wie er die schwarzen Schafe von der List streichen kann", stellte Marco Schlüter fest.

Den Bürgern empfiehlt er, sich zusammenzuschließen – nach Nachbarschaften, Straßenzügen oder Siedlungsabschnitten. So ließen sich attraktive Rabatte mit den beauftragten Sachkundigen aushandeln. Kritisch beurteilt Schlüter, dass Dichtheitsprüfer auch die Sanierung ausführen dürften. Er halte es für besser, Prüfung und Sanierung zu trennen. Sehr gute Informationen finden sich für den Bürger bei der Stadt Köln unter

www.jot-foer-koelle.de FRAGE DES TAGES

(RP)