Zwei Bands rocken Moerser Sommerabend mit Gitarren und Drums

Moers : Rockiger Sommerabend beim Terrassenkonzert mit Stone Pine

Bei der fünften Ausgabe der musikalischen Sommerreihe im Bollwerk war der Publikumszuspruch besonders groß.

Das fünfte Terrassenkonzert im Bollwerk 107 war überhaupt kein Terrassenkonzert. Dafür fehlte schlichtweg die Terrasse. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Veranstaltungen der Konzertreihe, spielten die beiden Bands auf der rückwärtigen Seite des Gebäudes. Auf der schmalen Grünfläche, die zwischen Bollwerk und Bahndamm liegt, hatten die Konzertveranstalter einige Holztische aufgestellt, an denen die Besucher auf Stühlen und Holzbänken Platz nehmen konnten, um in entspannter Atmosphäre zu trinken, zu essen und den Bands zuzuhören, die auf einer kleinen Bühne Musik machten.

Der Publikumszuspruch war im Vergleich zu den bisherigen Terrassenkonzerten dieses Sommers besonders hoch. Für die Kellner war es daher teilweise schwierig, den einzelnen Besuchern die bestellten Speisen und Getränke zuzuordnen. Die Zahl der Sitzplätze reichte für die Besuchermenge nicht aus, sodass zahlreiche Gäste das Konzert stehend verfolgten. Die ausgesprochen gesellige und fröhliche Stimmung wurde durch die große Zahl an Konzertbesuchern, die friedlich in kleinen Gruppen zusammenstanden, vielleicht sogar noch gesteigert.

Die Band Stone Pine aus dem niederländischen Arnheim, die das Terrassenkonzert in der Besetzung mit zwei Gitarren, E-Bass, Schlagzeug und Gesang eröffnete, ist bereits mehrfach in Moers aufgetreten. Auch am ersten Terrassenkonzert des Sommers waren mit Sängerin Daria Assmus und Gitarrist Jan Krause zwei Musiker der Band als „Duo Grebe“ beteiligt. Auf der Facebook-Seite der Band werden Janis Joplin oder Led Zeppelin als musikalische Einflüsse genannt und auch wenn der Vergleich mit derartigen Ikonen naturgemäß schwierig ist, so ist Stone Pine doch eindeutig im Blues und Hard-Rock der 60er und 70er Jahre verwurzelt. Wirkte die Inszenierung der Band zu Konzertbeginn noch ein wenig klischeebeladen, so zeigte sich doch relativ schnell, dass die 2016 gegründete Band, die momentan ihre erste EP produziert, eine hohe musikalische Qualität besitzt.

Mit Songs wie „Man in the tree“ oder „Drowning in your soul“ bewiesen die Musiker eindrucksvoll, dass sie in der Lage sind, aus treibenden Schlagzeug-Rhythmen, wehmütigen Gitarren-Riffs und düsteren Bass-Linien einen dichten Klangteppich zu erzeugen, über den sich die kraftvolle Stimme von Daria Assmus erheben kann.

Nach diesem gelungenen Auftritt betraten dann die drei Musiker der Band Reenactments die kleine Bühne hinter dem Bollwerk und präsentierten dem Publikum in der Besetzung mit Gitarre, Bass und Gesang ihre musikalischen Cover-Versionen ganz unterschiedlicher Songs.

So waren die Lieder „Seven Nation Army“ von den White Stripes ebenso zu hören wie „Uprising“ von Muse oder „Should I stay or should I go“ von The Clash. Leider waren die Instrumente sowie die Stimme von Sänger Thorsten Ickler insgesamt deutlich zu leise, sodass sich weite Teile des Publikums nach wenigen Songs wieder intensiven Gesprächen zuwendeten und die Musik des Trios beinahe vollständig in den Hintergrund trat.

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