Moers: Zurbrüggen - der Gigant aus Westfalen

Moers : Zurbrüggen - der Gigant aus Westfalen

Im Möbelmarkt tobt ein Verdrängungswettbewerb. Wer erinnert sich in Moers noch an die Namen Knuffmann, Humpert, Kocher oder Breuer? Viele kleine und mittelgroße Möbelhäuser sind vom Markt verschwunden. Kleier und Huppers verkaufen nur noch Küchen. Die Großen und die ganz Großen haben an Rhein und Ruhr das Sagen. Zu letzteren zählt Zurbrüggen.

Das 1900 im westfälischen Oelde unter dem Namen Teutonia gegründete Unternehmen machte zuletzt von sich reden, als es versehentlich eine aus China importierte Tasse mit dem Bild Adolf Hitlers verkaufte. Durch diese peinliche Panne, die zwischenzeitlich sogar den Staatsschutz auf den Plan rief, wurde das bislang vorwiegend in Westfalen agierende Unternehmen bundesweit bekannt. Nach eigenen Angaben beschäftigt es an sieben Standorten 1600 Mitarbeitern. Das Haupthaus der Kette steht in Unna. Die Eröffnung in Moers wäre die erste im Rheinland. Mit 40 000 Quadratmetern Verkaufsfläche wäre das Moerser Haus genau so groß wie die Zentrale in Unna. Die 2012 in Herne eröffnete Filiale hat nur 28 000 Quadratmeter Fläche. Die übrigen Geschäfte stehen in Oelde, Bielefeld, Delmenhorst und Ganderkesee. Hinzu kommt ein Lager in Bönen. 2008 betrug der Jahresumsatz 280 Millionen Euro. Er dürfte inzwischen deutlich über 300 Millionen liegen.

Zuletzt übernahm in der Region die Kette XXXL in Oberhausen die Möbelstadt Rück. Höffner will am Duisburger Güterbahnhof Möbelzentrum mit einem Investitionsvolumen von 120 Millionen Euro bauen. Nur ein paar Autominuten weiter nördlich baut Ostermann ein weiteres riesiges "Wohnzentrum". Auch Ikea und Schaffrath ziehen Kunden aus Moers an.

(ock)
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