Moers: Zum Hüsch-Geburtstag lästert Salim Samatou

Moers : Zum Hüsch-Geburtstag lästert Salim Samatou

Der Sieger des Wettbewerbs "Das schwarze Schaf" vom Niederrhein gab eine Extravorstellung.

Der Kammermusiksaal des Moerser Martinstiftas bot den Rahmen für eine Erinnerung an den Altmeister des Kabaretts vom Niederrhein, Hanns Dieter Hüsch. Am 6. Mai wäre er 93 Jahre alt geworden. Am Wochenende wurde der von Hüsch initiierte Preis "Das schwarze Schaf" vergeben - Sieger aus rund 90 Bewerbern wurde, wie berichtet, der Comedian Salim Samatou. Der Moerser Beigeordnete Wolfgang Thoenes begrüßte das Publikum zur kleinen Geburtstagsfeier mit dem Preisträger. Thoenes dankte der Sparkasse am Niederrhein, die erneut den Wettbewerb ermöglicht hatte, wie auch dem Freundeskreis Hanns Dieter Hüsch, der mit verschiedenen Aktivitäten an den Meister des feinsinnigen wie nachdenklichen Humors erinnerte.

Danach hatte Salim Samatou das Wort, der bereits 2016 mit dem RTL-Comedy Grand Prix ausgezeichnet worden war. Seine Reise nach Moers habe ihn verwirrt, gestand er. Die Linie New York - London - Moers, das wäre durchaus denkbar. Doch der Moerser Bahnhof, das Entree, die Treppe und Spielhallen auf dem Weg in die Innenstadt hätten gestört. Der Comedian mit Masterstudiengang Geschichte improvisierte, philosophierte über Vornamen mit Ablaufdatum wie Eberhard oder Wilhelm und über Buchstaben, die wenig zum Einsatz kämen, wie das Y oder auch das X.

Der Sohn einer indischen Mutter und eines marokkanischem Vaters ist Shootingstar in der Comedy-Szene, kennt bei seinen Auftritten wenig Zurückhaltung und Grenzen. "Mein Früher ist Ihr Vorgestern", so die Feststellung des 23-Jährigen, als sich das locker-leichte Gespräch mit dem Publikum um ein Stück Seife und deren Befestigung mithilfe eines Magneten dreht. Urplötzlich findet sich das Publikum in einer Sanitärabteilung wieder, als es um Duschköpfe und ihre Funktionen geht. Weiter geht es dann zu Flughafen und Jobangeboten. Zickzackkurs in Sachen schwarzer Humor und Ansichten zur deutschen Geschichte, die sich im Kaufverhalten niederschlagen. Er habe im Netz einen Baseballschläger kaufen wollen, sagte Salim. "Da wird einem auch angezeigt, was mich noch interessieren könnte. 'Mein Kampf' nämlich."

Zum Schluss gilt sein Dank all denjenigen, die ihn auf dem Weg zum zehnten "Schwarzen Schaf" begleitet haben. Der Preis ist mit 6000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben.

(sabi)