„Zu kompliziert“: Kritik an neuer Park-App in Moers

Ärger in Moers : „Zu kompliziert“: Kritik an neuer Park-App

Über sechs Anbieter können Autofahrer ein Parkticket „ziehen“ und verlängern. Ein Neukirchen-Vluyner hat das jetzt getan und sich gewundert.

App laden, Parkplatz aussuchen und je nach Anbieter minutengenau abrechnen. Seit 1. März ist das „sms-Parken“ in der Innenstadt „smart“. Über sechs Anbieter können Autofahrer ein Parkticket „ziehen“ und verlängern. Ein Neukirchen-Vluyner hat festgestellt, dass alle Anbieter mit der Anmeldung eine Erlaubnis erlangen, Daten auszuwerten und an Dritte weiterzuleiten. „Dazu bin ich nicht bereit“, sagt er und fragt: „Wie kommt die Stadt dazu, die Daten ihrer Bürger einfach an Dritte zu vermarkten?“

Stadtsprecher Thorsten Schröder: „In diesem Fall ist die Stadt Moers der Dritte. Die Kennzeichen werden auf unsere Anfrage an uns weitergegeben, damit wir kontrollieren können, ob der Parkende bezahlt hat.“ Die Stadt leite keine Daten an Dritte weiter, sagt er. Dass dem so ist, bezweifelt der Neukirchen-Vluyner nicht. Ein mulmiges Gefühl, sagt er, bleibe aber trotzdem: „Das Verfahren ist so gestaltet, dass die Nutzer des Parkplatzes sich gegenüber dem zwischengeschalteten Dienstleister, also der Internetfirma, komplett identifizieren müssen, mit Fahrzeugzulassungsnummer, Name, Adresse und Bankverbindung.“ Bei der Auswahl des Leistungsumfanges würden kostenpflichtige Zusatzdienstleistungen wie SMS-Benachrichtigung vor Ablauf der gewählten Parkzeit und Zugang zu Parkhäusern angeboten. Auch die Einstellung der Parkzeit sei unterschiedlich ausgestaltet. Sein Fazit: „Aus dem angedachten, einfach zu handhabenden Werkzeug zur Parkraumbewirtschaftung ist ein Monster geworden!“ Die Stadt weist derweil darauf hin, dass über die Park-App hinaus weiter die Möglichkeit besteht, Parkscheine bar oder mit EC-Karte zu bezahlen.

Fazit: Problem noch nicht gelöst

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