Rheurdt: Zoff um Rheurdter Spielplatz-Projekt

Rheurdt: Zoff um Rheurdter Spielplatz-Projekt

Schaephuysen hat Großes im Sinn: Am Rand der Gemeinde soll auf 6300 Quadratmetern ein Spielbereich für alle Generationen entstehen. Doch Nachbarn lehnen die Pläne ab. Sie fürchten Krach, Müll und zugeparkte Wohnstraßen.

Für den Architekten Dirk Schelhorn ist es ein Spielplatz wie ihn noch keine Kommune im Umkreis hat; ein Spielbereich für Jung und Alt, mit Schach und Bolzplatz, Grillecke und biologischer Pflanzfläche zum Schutz von Vögeln und Insekten. Die Grundidee: Da es immer mehr alte und immer weniger junge und jüngste Menschen geben wird, ist ein Mehr-Generationen-Feld sinnvoller als ein klassischer Spielplatz. Doch diese Rechnung haben Rat und Spiel-Experte ohne die unmittelbaren Anlieger der Weidefläche am Ortsrand gemacht, die mit 6300 Quadratmetern etwa so groß ist wie ein Fußballfeld. Anlieger der Straßen Im Kirchwinkel und Et Ströttsche halten die Musteranlage unmittelbar vor ihrer Haustüre für überdimensioniert. Sie befürchten, dass eine Vielzahl auswärtiger Besucher die Wohnstraßen zuparken werden. Sie haben Angst vor dem Krach, der trotz eigens aufgeworfener Lärmschutzhügel zu ihnen durchdringen wird. Und vor dem Müll, den die Gäste hinterlassen werden.

Zur Sitzung des Stadtrates am Montagabend stellten die Anwohner daher den Antrag, die Pläne für einen Mehrgenerationenpark an dieser Stelle nicht weiter zu verfolgen. Ersatzweise könne der Sportplatz in Schaephuysen Basis für ein solches Konzept sein, regte Anwohner Markus Franzen in einer Mail an unsere Redaktion an.

Diesen Vorschlag sieht der Spielplatzplaner Dirk Schelhorn nicht als echte Alternative an. Anders als auf dem bislang vorgesehen Weidegrundstück müssten sich die Generationen und die Natur auf etwa einem knappen Drittel der Fläche zusammendrängen. Die Mindestgrößere für solch einen Generationenpark betrage 3000 Quadratmeter - deutlich mehr als am Sportplatz vorhanden.

In der Ratssitzung schilderte Schelhorn den Politikern noch einmal den Werdegang der bisherigen Überlegungen. Bislang wurde die Fläche am Schaephuysener Ortsrand von Pferdefreunden als Koppel genutzt. Erste Pläne für die generationenübergreifende Spielfläche seien mit den Bürgern im Rahmen einer Anhörung Mitte Februar erörtert worden. Schelhorn nimmt die hohe Beteiligung bei diesem Termin als Indiz dafür, dass es einen großen Bedarf für ein solches Projekt gibt.

Die Anregungen seien, soweit möglich, in die Vorplanungen eingeflossen. Das Schachfeld sei ein Beispiel dafür. Nicht berücksichtigt werden konnten bislang eine Anlage für Skater und ein Basketballspielfeld. Ob der Bolzplatz statt einer Rasenfläche einen Tartanuntergrund bekäme und so auch für andere Sportarten nutzbar wäre, müssten die Rheurdter Ratsleute entscheiden. Mit der Ausnahme von drei Behindertenparkplätzen sind derzeit keine Parkplätze rings um die Spielanlage geplant. Nutzer sollten zu Fuß oder per Fahrrad kommen, meinte Schelhorn.

Die Politiker hörten zu und sagten nichts. Sie wollen zunächst in den Fraktionen diskutieren. Die Anwohner reagierten enttäuscht auf diese Sprachlosigkeit.

(RP)