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Zigarettenschmuggel im großen Stil: Trio aus Moers steht vor Gericht

Zigarettenschmuggel im großen Stil : Geschäftspartner soll Spediteur aus Moers in die Kriminalität geführt haben

Ein Trio aus Moers soll insgesamt 70 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Am zweiten Verhandlungstag berichtete einer der Angeklagten, wie es dazu kam.

Die Spedition eines 50 Jahre alten Mannes soll erfolgreiche Jahre erlebt haben, ehe ein wichtiger Auftraggeber 2019 Insolvenz anmeldete. Dann sei die Firma in ernste Schwierigkeiten geraten, erklärte der Moerser am Freitag vor dem Klever Landgericht. Einen Ausweg bot offenbar der bandenmäßige Schmuggel von Zigaretten. „Ich habe in der Speditionsbranche über meine Probleme gesprochen. Da kam jemand auf mich zu, der in Deutschland Geld investieren und einen Online- und Importhandel aufbauen wollte. Ich hatte die große Hoffnung, dass ich meine Firma damit retten kann“, sagte der Unternehmer am zweiten Verhandlungstag aus. Der Geschäftspartner war ein 38 Jahre alter Türke aus Moers. Er soll den Spediteur in die Kriminalität geführt haben. Die Männer sind seit Anfang der Woche zusammen mit einer 24-jährigen Frau wegen gewerbsmäßigen Schmuggels in 17 Fällen sowie wegen bandenmäßiger Steuerhinterziehung großen Ausmaßes in vier Fällen angeklagt.

Laut Staatsanwaltschaft soll das Trio von November 2019 bis Juni 2020 im Auftrag von unbekannten Hintermännern damit beschäftigt gewesen sein, unverzollte Zigaretten aus dem Orient und im Millionenwert am Hafen von Antwerpen abzuholen. Offiziell befanden sich in den Überseecontainern andere Waren.

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Die Bande holte die Container ab, brachte den Tabak in Lagerhallen und belud die Transporter mit Stoffen oder Betonsteinen. So wurden diese dann dem Zoll vorgeführt.Durch die Masche sollen dem deutschen Staat Steuereinnahmen in Höhe von knapp 70 Millionen Euro entgangen sein. Die Frau, die den Komplizen vor allem bei der Kommunikation mit Reedereien geholfen haben soll und daher nun wegen Beihilfe angeklagt ist, war 2019 im Betrieb des 50-Jährigen angestellt worden. „Sie hatte keine Qualifikation, machte aber einen sympathischen Eindruck“, sagte er. Die Schul- und Studienabbrecherin aber soll bemerkenswert kriminelles Geschick an den Tag gelegt haben. Sie half den Männern bei der Erstellung von falschen Abrechnungen, während diese sich um den Schmuggel kümmerten.

Der Prozess vor dem Landgericht Kleve wird am Freitag, 13. August, um 9.30 Uhr fortgesetzt.