Ausstellung: Zeche und Kloster in Öl gemalt

Ausstellung: Zeche und Kloster in Öl gemalt

Der Kamp-Lintforter Hobbykünstler Pero Kegelj stellt in einem ehemaligen Juweliergeschäft an der Moerser Straße seine Kunstwerke aus.

Hier lebe ich" - so heißt eine Ausstellung, die ab morgen in Kamp-Lintfort zu sehen ist und bestimmt das Herz so manch eines Bergbaufreundes erfreuen dürfte. An drei aufeinander folgenden Tagen präsentiert der Kamp-Lintforter Hobbykünstler Pero Kegelj in einem ehemaligen Juweliergeschäft in der Moerser Straße 373 insgesamt 20 fotorealistische Ölgemälde, auf denen neben Stillleben und oft mediterranen Landschaften auch zahlreiche ehemalige Zechenanlagen am Niederrhein zu sehen sind.

"Ich war selber viele Jahre lang Grubensteiger in verschiedenen Zechen hier und wollte sie einfach noch mal so zeigen, wie sie einst waren", begründete der inzwischen 67-Jährige seine Motivwahl. Ein Vorhaben, das ihm in der Tat ausgesprochen gut gelungen ist. So sind auf einigen seiner Bilder zum Beispiel sehr naturalistisch diverse Fördertürme abgebildet, aber auch Gleise mit gefüllten Kohlewaggons und anderen oberirdischen Grubenbereichen. Die meisten dieser Bilder, so erklärte er, seien nach einer Fotovorlage entstanden, die er mit Hilfe eines Gitternetzes sehr genau auf die von ihm bevorzugte Formatgröße von 50 mal 70 Zentimetern vergrößert habe: "Das muss schließlich alles stimmen. Wenn das Ganze dann mit Ölfarbe übermalt ist, sieht man die Vorzeichnung ja nicht mehr."

Doch die ebenfalls in der Ausstellung gezeigten Landschaftsbilder aus seiner bosnischen Heimat seien zum Teil auch ohne Vorzeichnungen entstanden. Pero Kegelj war nach eigener Aussage schon als Schüler ein "sehr guter Zeichner". Und auch später hatte er vor allem Bleistift- und Buntstiftzeichnungen angefertigt. "Meistens Porträts."

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Mit der Ölmalerei hat er erst vor gut zwei Jahren begonnen, nachdem ihn seine Frau Roswitha eines Tages mit dem Geschenk einer Reihe Farbtuben überrascht hatte. "Da musste ich auch malen", meint er verschmitzt. Seither ist er fast täglich mit Pinsel und Farbe in seinem Kelleratelier beschäftigt.

Zwei bis drei Tage braucht er in der Regel pro Ölgemälde. Warum er sich dabei für die Stilrichtung des Fotorealismus entschieden hat, begründet er ganz schlicht und bescheiden damit, dass er halt gerne das malt, was er sieht. "Das macht mir am meisten Spaß." Manchmal weicht er allerdings ein wenig davon ab. So ist zum Beispiel auf einem seiner Bilder die Friedrich-Heinrich-Zeche am Fuß des Kamp-Lintforter Klosteranlage zu sehen. Eine Perspektive, die es so eigentlich nicht gibt. Pero Kegelj stellt seine Ölgemälde zum ersten Mal öffentlich aus, hofft allerdings in Zukunft auf noch weitere Möglichkeiten.

Mit der Ausstellung in der Moerser Straße möchte er vor allem ehemalige Kamp-Lintforter Bergleute ansprechen. Die Ausstellung "Hier lebe ich" von Pero Kegelj wird am Freitag, 15. Dezember, um 19 Uhr in Kamp-Lintfort, in der Moerser Straße 373 eröffnet und ist dort außerdem noch am Samstag von 16 bis 20 Uhr und am Sonntag von 14 bis 20 Uhr zu sehen.

(RP)