WIR4-Ausstieg: SPD kritisiert CDU-Position scharf 

Interkommunale Wirtschaftsförderung : SPD kritisiert CDU-Position zum Wir4-Ausstieg scharf

Die SPD in Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg kritisiert den von der CDU ins Gespräch gebrachten Ausstieg aus der gemeinsamen „Wir4“-Wirtschaftsförderung. Die Forderung der Christdemokraten sei nicht nachvollziehbar, sagen die Sozialdemokraten.

) „Mit einem ,vergifteten’ Lob: ,... die WIR4 hat sich erfolgreich selbst überflüssig gemacht’, soll ein am Markt erfolgreiches und viel gelobtes Instrument interkommunaler Zusammenarbeit über Bord geworfen werden“, sagt der Fraktionschef der Moerser Sozialdemokraten, Atilla Cikoglu. „Wir brauchen nicht weniger, wir brauchen mehr interkommunale Zusammenarbeit und natürlich eine endlich sichtbare und spürbare Wirtschaftsförderung hier in der Moerser Stadtverwaltung, die unsere Interessen offensiv wahrnimmt.“

Elke Buttkereit, Fraktionschefin der SPD in Neukirchen-Vluyn, ist derselben Meinung: „WIR4 hat Zukunft!“, betont sie. „Wenn wir an die anstehenden Projekte in Kamperbruch und Kohlenhuck denken, wäre es fahrlässig, dass landesweiter Vorbildprojekt für interkommunale Zusammenarbeit aufzugeben.“ Ähnlich sieht das auch ihr Amtskollege Jürgen Preuß aus Kamp-Lintfort: Die gemeinsame Interessenvertretung sei eine Grundvoraussetzung dafür, dass die Region auch künftig für Projekte und Planungen großer Investoren ein interessanter Standort bleibt, sagt er. Und: Kirchturmdenken sei an dieser Stelle unangebracht. Jürgen Madry aus Rheinberg erklärt: „Aus meiner Sicht müsste die Zuständigkeit der WIR4 sogar erweitert werden.“ Die Erfahrungen des WIR4-Teams könnten auch bei der Vermarktung von Leerständen in den Fußgängerzonen genutzt werden.

Der Moerser CDU-Fraktionschef Ingo Brohl verteidigt derweil die Position der Christdemokraten: „Unsere Position bleibt, dass die WIR4 auf Zeit angelegt war und Moers jetzt sein knappes Geld besser einsetzen kann“, sagt er. Auch die SPD-Denke, dass man, wenn man die WIR4-Aufgabe für erledigt ansieht, nicht an anderen Stellen interkommunale Zusammenarbeiten sinnvoll finden könne, erschließe sich nicht.

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