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Neukirchen-Vluyn: "Wir haben den Strukturwandel geschafft"

Neukirchen-Vluyn : "Wir haben den Strukturwandel geschafft"

Während in Moers und Kamp-Lintfort die Bürgermeister zum Neujahrsempfang einladen, bleibt dieses Privileg in Neukirchen-Vluyn der örtlichen CDU vorbehalten. Warum das so ist? "Das hat sich so ergeben", sagt Klaus Plonka, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands.

Die Stadt habe eben keinen Neujahrsempfang veranstaltet, da sei die CDU in die Bresche gesprungen. Und inzwischen sei es für die Stadt auch nicht sinnvoll, gegen die inzwischen gut eingeführte Veranstaltung einen eigenen Empfang zu setzen. 250 Gäste kamen am vergangenen Sonntag in die Kulturhalle Vluyn — noch ein paar mehr als im vergangenen Jahr.

Natürlich waren unter den geladenen Gästen viele Parteifreunde: Europaabgeordneter Karl-Heinz Florenz ließ sich blicken, das europäische CDU-Urgestein aus Niep, Marie Luise Fasse war da und Alt-Bürgermeisterin Kornelia Kuhn. Auch Bernd Böing, der Paraglider fliegende Amtsnachfolger Kuhns war da, obgleich er das CDU-Parteibuch immer noch nicht in der Tasche hat.

"Wir wollen zwar, dass man die CDU sympathisch findet, aber wir wollen ganz bewusst keine Parteiveranstaltung machen. Wahlkampf gibt es an diesem Tag nicht", sagt Plonka. Wenn auch die Spitzenvertreter von SPD und Grünen fehlten, waren doch viele Vertreter aus dem Vereinsleben und den Verbänden gekommen. Auch die Gebrüder Kremers (Paradies-Betten) und Wirtschaftsprüfer Günter Ache fanden viele bekannte Gesprächspartner im Auditorium.

Durch die Veranstaltung führte souverän Plonkas Stellverteter im Stadtverband, Karsten Holderberg. Ein Heimspiel im doppelten Sinne hatte naturgemäß Bürgermeister Harald Lenßen (CDU). Sein Rückblick auf das abgelaufene Jahr fiel positiv aus. Dabei verweis er vor allem auf die hervorragende Vermarktung der "Bindestrichsiedlung" auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage Niederberg. Ein weiterer Bauabschnitt sei in Angriff genommen worden. "Zudem können sich in diesem Jahr auch weitere Gewerbebetriebe nach Fertigstellung der Kanäle und Straßen im Sommer ansiedeln. Der Strukturwandel in Neukirchen-Vluyn ist somit vollzogen." Froh zeigte sich Lenßen auch, dass mit der Entscheidung für den Kombibau für das kommende Frühjahr der Baubeginn anstehe.

Im Ausblick auf das neue Jahr mahnte Lenßen Verteilungsgerechtigkeit an. Durch die Umverteilungspolitik des Landes fließe Geld aus Neukirchen-Vluyn in größere Städte.

Einer der größten Investitionsbrocken muss die Stadt im nächsten Jahr bei der Sanierung des Julius-Stursberg-Gymnasiums stemmen. Lenßen: "Das geplante Investitionsvolumen von 16 Millionen Euro zeigt, dass dieses Projekt schulpolitisch einen weiteren Meilenstein in der Geschichte unserer schönen Stadt darstellt." Zudem müsse Politik und Verwaltung sich intensiv mit der Entwicklung des Ortskerns in Neukirchen beschäftigen.

Wohl mit Blick auf die geänderten Zuteilungsschlüssel bei den Landesmitteln sagte der Bürgermeister zum Abschluss: "Ich hoffe, dass weitere Überraschungen ausbleiben, so dass wir uns vollständig auf unsere geplanten Aufgaben konzentieren können." Wie in den vergangenen Jahren hatte die CDU auch an diesem Sonntag wieder einen prominenten Redner verpflichten können: Michael Breuer vom Rheinischen Sparkassen- und Giroverband hielt ein Plädoyer für eine bessere Integration Europas.

(RP/rl)