Moers: Willkommen im Utforter Edeka-Park

Moers: Willkommen im Utforter Edeka-Park

Das Gelände rund um die geplante neue Edeka-Zentrale soll zum Spazieren und Verweilen einladen. Landschaftsarchitekten haben im Rahmen eines Wettbewerbs Gestaltungsideen entwickelt.

Als Naturfreund mag man bedauern, dass eine fürs Stadtklima wichtige Grünfläche zum Bauland wird. Doch eins kann man der Edeka Rhein-Ruhr, die an der Rheinberger Straße ein Nahversorgungszentrum nebst neuer Firmenzentrale hochziehen wird, nicht vorwerfen: Dass sie das Acker- und Waldgelände gnadenlos zubetonieren will. Rund die Hälfte der insgesamt 125.000 Quadratmeter bleiben grün, sagte gestern Edeka-Abteilungsleiter Peter Meis. "Nur in einer höheren Qualität als heute."

Der Siegerentwurf für die Gestaltung des Außengeländes am Nahversorgungszentrum Utfort (Ausschnitt). 1. Rheinberger Straße 2. Parkplatz 3. Parkhaus 4. Platz als Entree für den "Utforter Park" 5. Terrasse mit Liegewiese (für Mitarbeiter) 6. Teich 7. Versickerungsbecken/Feuchtwiese 8. Spielplatz 9. Lärmschutzwand 10. Verwaltungs- und Schulungsgebäude Foto: Andreas Hermanns/Müller + Partner

Für diese Qualität steht ein Entwurf der Außenanlagen, der gestern im Rathaus vorgestellt wurde. Er stammt von den Landschaftsarchitekten Andreas Hermanns (Schwalmtal) und Müller + Partner (Willich). Sie haben als Arbeitsgemeinschaft einen Gestaltungswettbewerb gewonnen. Edeka und Stadt hatten fünf Planungsbüros eingeladen, ihre Ideen einzureichen. Zur Jury unter Vorsitz des Duisburger Landschaftsarchitekten Christian Jürgensmann gehörten unter anderem Mitglieder des Moerser Gestaltungsbeirats, der Technische Beigeordnete Thorsten Kamp sowie Karin Walter, Architektin und Sprecherin einer Anwohner-Initiative.

"Das Grün legt sich wie eine Klammer um den Neubau", beschrieb Hermanns den Siegerentwurf. Der heutige "Röhrenweg" entlang einer Fernwärmeleitung bleibt, dazu entstehen neue Wege für große und kleine Spazierrunden durch den "Utforter Park" (so Christian Jürgensmann). Das Entree des Parks, Höhe Jockenstraße, bildet ein Platz mit Blick auf Verwaltungs- und Schulungsgebäude. Etwas weiter, im Bereich einer Mitarbeiter-Kantine, ist eine Terrasse mit Zugang zu einem Teich ("Utforter See") geplant. Anschließend führt der Weg durch ein "Tal", vorbei an modellierter Erhöhungen, zu einem Versickerungsbecken mit Feuchtwiesen-Optik und bunter, üppiger Vegetation. "Wir spielen mit Kontrasten", sagte Hermanns. Ein Teil des Parks werde städtisch, mit klaren Linien angelegt, ein anderer Teil naturnah, wie eine Landschaft. "Wir pflanzen 200 Solitär-Bäume."

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Die Entwürfe zeigen auch eine Wiese, auf der zum Beispiel Kunden vom Einkauf entspannen können. Die Wettbewerbssieger sähen dort gerne einen Kinderspielplatz. "Kinder dürfen nicht zu kurz kommen", sagte Hermanns. Wir werden den Spielplatz verteidigen." Denn er stehe aus Geldgründen ebenso zur Debatte wie ein Steg über den "Utforter See". Der Wald im Norden des Baugebiets wird ergänzt und weiter aufgeforstet. Er gehört zu den "Ausgleichsflächen", auf denen das wiedergutgemacht werden soll, was an Natur durch die Baumaßnahmen zerstört wird.

Die Jury hat sich einstimmig für den Entwurf der Arbeitsgemeinschaft entschieden. Den Anwohnern gefalle es, wie der Grünstreifen und die Wasserfläche als "Puffer" zwischen den Edeka-Gebäude und ihren Gärten liegen, sagte Karin Walter. "Das Gebiet wird aufgewertet."

Am Mittwoch wird der Stadtentwicklungsausschuss über den Bebauungsplan und einen städtebaulichen Vertrag mit Edeka abstimmen, im Juli folgt das Votum des Stadtrats. Meis ging gestern davon aus, dass Edeka spätestens im Herbst die Bauanträge einreicht und noch in diesem Jahr die Baugenehmigung erhält. Der Baubeginn werde dann im ersten Quartal 2019 erfolgen. Mit der Fertigstellung rechnete Meis für das erste Halbjahr 2021.

(RP)