Wie Moers von der IGA 2027 profitieren kann

Die Stadt will von der Landesgartenschau in der Nachbarschaft profitieren : Wie Moers von der IGA 2027 profitieren kann

 Der „Rheinpark“ in Duisburg ist einer von     drei Hauptstandorten der Internationalen       Gartenausstellung, die 2027 im        Ruhrgebiet stattfindet. Darüber hinaus          können sich regional relevante            Grünanlagen präsentieren. Die SPD               bringt erneut einen Haldenpark ins Spiel.

Der Titel klingt nach Blümchenschau, tatsächlich geht es bei der Internationalen Gartenausstellung (IGA) aber um viel mehr: innovative Zukunftsideen und städtebauliche Entwicklungsprojekte nämlich. 2027 wird die IGA im Ruhrgebiet stattfinden. Das hat der Regionalverband Ruhr (RVR) im Dezember in einer Runde mit fast allen Ruhrgebietsstädten beschlossen und einen Vertrag zur Gründung einer Gesellschaft unterschrieben, die die Organisation übernimmt.

Rund 40 Kommunen profitieren von der Gartenausstellung. Unter anderem sollen in Duisburg, Gelsenkirchen und Dortmund sogenannte Zukunftsgärten als Ankerzentren entstehen. Außerdem werden bestehende Parks und Grünflächen durch Themenrouten miteinander verknüpft und mit neuer Bepflanzung verschönert. Davon soll auch Moers profitieren.

Mitte 2017 war sich der Stadtrat darüber einig, dass sich die Grafenstadt an der IGA 2027 beteiligt. Die Verwaltung sollte einen Steckbrief mit einer Bewerbungsidee an den RVR schicken – so der Plan. SPD-Fraktionschef Atilla Cikoglu will jetzt wissen, was daraus geworden ist und wie sich die Stadt Moers auf die IGA 2027 vorbereitet. Noch im Januar, sagt er, wolle er mit den Bündnispartnern (Grüne und Grafschafter) eine entsprechende Anfrage stellen.

Bereits vor eineinhalb Jahren hatte das Bündnis für Moers die Idee eines Haldenparks ins Gespräch gebracht. Im Zusammenspiel mit den Nachbarkommunen Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort könne ein solcher die historischen Gärten am Niederrhein miteinander verbinden, sagt Cikoglu: „Einerseits über die Halden Norddeutschland und Pattberg, das Geleucht und die Bergbaugeschichte, aber auch über das dann ehemalige Landesgartenschau-Gelände in Kamp-Lintfort und den Moerser Schlosspark.

„Die Duisburger haben bereits ein Haldenprojekt mit einer Landmarke als IGA-Projekt eingebracht“, erklärt der SPD-Fraktionschef. „Hier wäre ein Zusammenspiel denkbar. Der Abschluss der Deponie Lohmannsheide nach Bergrecht könnte pünktlich zur IGA erledigt und die Deponie begrünt sein.“ Entstehen, sagt Cikoglu, könnte so ein Freizeit- und Naherholungspark mit Radrundkursen, Mountainbike-Touren, Laufstrecken und mehr. „Dieses Projekt wäre auch das Vehikel, endlich ein nachhaltiges Mobilitätskonzept für den Niederrhein umzusetzen, der neben der Anbindung der Nachbarkommunen an die ÖPNV-Bahn nachhaltig und langfristig Verkehr von der Straße runter auf Rad und E-Bike holt.“

Um das Projekt auf den Weg zu bringen, schlägt Cikoglu eine Fachtagung vor, zu der die Stadt Moers Vertreter der Nachbarkommunen und potentielle Mitwirkende einlädt. „Die Maschinenhalle Pattberg, an der künftigen Haltestelle Moers-Rheinkamp gelegen, könnte ein geeigneter Ort dafür sein“, sagt er.

2017 hatte der Stadtrat angesichts der damals knappen Zeit bis zum Ende der Bewerbungsfrist im August 2017 den Rat der Verwaltung angenommen und sich von der ursprünglichen Haldenpark-Idee verabschiedet. Stattdessen sollte sich die Bewerbung in Moers auf, wie es hieß, „vorhandene Stadt- und Parkstrukturen mit einem hohen Nutzungspotenzial“ beziehen, auf die man unmittelbar zugreifen könne: Schlosspark und Wallanlagen, Innenstadt/ Altstadt, Freizeitpark, das Solimare-Areal, eventuell auch der Jungbornpark. Im Mittelpunkt des anvisierten Konzepts sollte auch nicht die gärtnerische oder landschaftliche Gestaltung der Bereiche stehen, sondern vielmehr zwei Projekttitel: „Schmelztiegel Moers“ und „Energie von morgen“.

Die Verwaltung schlug seinerzeit eine Reihe von Projekten vor, die in diesem Rahmen vorangetrieben werden könnten, unter anderem eine Wechselausstellung von Großexponaten auf der Kulturinsel, Interkulturelle Veranstaltungen auf den Wallanlagen, eine Wiederbelebung des Ballonfestivals oder auch ein Lichterfest im Schlosspark. Möglich, hieß es, sei auch eine Einbeziehung der Halden am linken Niederrhein in Kooperation mit Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und dem RVR.

Fest steht: Bei der Internationalen Gartenausstellung 2027 geht es unter anderem um das Thema „Struktur- und Imagewandel, vom Bergbau mit fossilen Brennstoffen zu innovativen Technologien und regenerativen Energiequellen, zu sichtbaren Wahrzeichen dieses Wandels (Landmarken)“. Eine Idee ist deshalb auch, die Windkraftanlagen der Enni als Pendant zum Geleucht auf der Halde Rheinpreußen in Szene zu setzen.