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Klingelbeutel: Wie der Religionsunterricht bei der Orientierung hilft

Klingelbeutel : Wie der Religionsunterricht bei der Orientierung hilft

In einer kleinen Geschichte berichtet der US-amerikanische Schriftsteller David Foster Wallace von zwei jungen Fischen. Sie begegnen einem älteren Artgenossen. Der grüßt freundlich mit der Frage "Morgen, Jungs. Wie ist das Wasser?" Die beiden jungen Fische sind ratlos und fragen sich, was Wasser denn wohl sei.

Ein bisschen ist das mit diesen jungen Fischen so wie mit den Schülerinnen und Schülern, die jetzt wieder in die Schule müssen. Schwimmen lernen ist angesagt: wenn auch weniger im eigentlichen als im übertragenen Sinne: Das Wasser, das ist für sie das Leben in unserer komplizierten und unübersichtlichen Welt. Das sollen sie kennenlernen, darin sollen sie sich bewegen können. Sie sollen die Beschaffenheiten des Wassers kennenlernen, die Richtungen, in die man schwimmen kann, und die Anderen, die einem begegnen können. Das passiert in allen möglichen Fächern. Auch im Religionsunterricht.

In Reli?! Worum geht es da? In Reli geht es um das 'Religions-Wasser', denn Religion umgibt uns alle wie das Wasser die Fische. Wir schwimmen darin. Nur merken wir es kaum.

Im Religionsunterricht stellen wir uns religiöse Fragen. Zum Beispiel: Wer bin ich? Hat das Leben einen Sinn? Wo führt es hin? Ist das Leben gerecht? Gibt es Gott? Ist Religion Pflicht oder Freiheit? Antworten findet jeder für sich,- und in der Auseinandersetzung miteinander. Dafür gibt der Reli-Unterricht Raum. Er zeigt, wie andere Menschen diese Fragen beantwortet haben und heute beantworten. Und wie man gerade dabei seine Freiheit bewahren und die der anderen würdigen und schützen kann. Das ist viel heutzutage.

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Im Reli-Unterricht lernt man, sich im Wasser der Religion frei zu bewegen, - ohne unterzugehen. Religionsunterricht? Ist das noch zeitgemäß? Ja! Wer darauf verzichten will, läuft Gefahr, im Alltags- und Abwasser der Religionen und der Religiosität unterzugehen. Einfach, weil er nicht weiß, wo er sich befindet. Oder wie man sich hier bewegen kann. Oder wie man gegen den Strom schwimmt. Denn auch das will gelernt sein!

GUNDA WITTICH, EVANGELISCHE PFARRERIN IM MOERSER SCHULDIENST

(RP)