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Moers: Wesel liefert die ersten 50 Laubtonnen für Anwohner aus

Moers : Wesel liefert die ersten 50 Laubtonnen für Anwohner aus

Ein zweijähriges Pilotprojekt startet: Für 20 beziehungsweise 30 Euro gibt es in der Stadt eine neue, 240 Liter fassende Sondertonne.

So ganz langsam wird es nun doch Herbst. Das merkt man nicht nur an den Temperaturen, sondern vor allem auch an dem leicht verfärbten Laub, das kräftiger Wind von den Bäumen wehen. Vor allem Besitzer von großen Grundstücken und Anlieger von Alleen haben Jahr für Jahr mitunter größte Mühe, die Laubmengen zu entsorgen. Um diesen Menschen das Leben leichter zu machen, bietet der städtische Betrieb ASG (Abfall, Straßen, Grünflächen) erstmals auch eine Laubtonnen an. Die ersten 50 Exemplare, bei denen es sich um eine ganz normale Bio-Tonne mit braunem Deckel und Spezialaufkleber handelt, werden in diesen Tagen von ASG-Mitarbeitern ausgeliefert. Entleert werden die Tonnen ab Anfang Oktober zusammen mit den Bio-Tonnen.

"Beim zuständigen Steueramt der Stadt gab es schon etliche Anfragen nach der Laubtonne", sagt ASG-Chef Ulrich Streich auf Anfrage. Er rechnet zunächst damit, dass zwischen 200 und 300 Weseler Bedarf an der saisonalen, 240 Liter fassenden Tonne haben, die es für 20 oder auch 30 Euro gibt. Billiger wird es für den, der genügend Platz hat, um die Tonne das ganze Jahr über bei sich unterzustellen. Denn Laub wird nur von Oktober bis Dezember alle 14 Tage abgeholt. 30 Euro muss derjenige zahlen, dessen Tonne nach drei Monaten wieder abgeholt werden muss. In der Laubtonne kann übrigens auch Bio-Müll ganz problemlos entsorgt werden. Denn die Inhalte von Bio- und Laubtonnen werden gemeinsam in Asdonkshof kompostiert. "Uns ist nur wichtig, dass in der Laubtonne kein Restmüll entsorgt wird", sagt Ulrich Streich, der der Laubtonne viel Positives abgewinnen kann. "Ich denke, dass dadurch etwas weniger bei uns am Betriebshof los sein wird und deutlich weniger Laub im Restmüll landet." Denn die Verbrennung von Restmüll sei natürlich sehr viel kostspieliger als die Kompostierung organischer Materialien.

Dass in Wesel die Laubtonne eingeführt wird und nicht, wie in anderen Städten, im Herbst Gitterkörbe aufgestellt werden, ist ganz einfach zu erklären. "Alle Kommunen, die noch Laubkörbe haben, wollen diese nicht mehr, weil die Verschmutzungen im Umfeld der Körbe einfach zu groß sind", sagt Streich. Deshalb sei man in Wesel dem Bocholter Beispiel gefolgt, wo es die saisonale Laubtonne schon seit einigen Jahren gibt.

Das Thema der Laubentsorgung hatte übrigens die Weseler CDU vor knapp einem Jahr in die politische Diskussion gebracht. Anwohner des Bislicher Sportplatzes hatten sich beklagt, dass die dortige Laubkiste entfernt worden sei. Die Kiste war eigentlich für den Grünschnitt des Spielfeldes vorgesehen, wurde aber auch von Bürgern einfach als Grünschnittannahmestelle genutzt.

Im Fachausschuss wurde dann nach mehrmaligen Beratungen im Früjahr entschieden, die Laubtonne im Rahmen eines zweijährigen Pilotprojektes einzuführen. Die Bürger sollen Anreize erhalten, die Zielwerte des NRW-Abfallwirtschaftsplans von 180 Kilo pro Einwohner und Jahr für die getrennte Erfassung von Grün- und Bioabfällen zu verwirklichen.

(RP)