Moers: Werbering zögert die Auflösung hinaus

Moers : Werbering zögert die Auflösung hinaus

Bei der Jahresversammlung wollte Mittwochabend niemand den Vorsitz übernehmen. Ein neues Treffen wurde vereinbart.

Wer es bisher nicht wahrhaben wollte, dem musste es nach der gestrigen Jahresversammlung des Moerser Werberings klar sein: Der Verein der Einzelhändler ist am Ende. Nur 18 stimmberechtigte Mitglieder - von gut 80 - kamen ins Casino der Sparkasse. Und von denen, die da waren, wollte niemand den Vorsitz übernehmen oder sich zum stellvertretenden Vorsitzenden wählen lassen.

"Ohne Vorstand kein Werbering" hatte es in der Einladung zu der Versammlung geheißen. Doch zu dem Beschluss, die Einzelhändlervereinigung aufzulösen, konnte sich die Versammlung nicht durchringen. Statt dessen beschloss das Häuflein, in einigen Wochen eine weitere Versammlung anzuberaumen.

Notwendig waren die Vorstandswahlen, weil die stellvertretenden Vorsitzenden Guido Makowski und Kathrin Olzog nach dem vielkritisierten "Moerser Herbst" im Oktober die Ämter niedergelegt und ihren Austritt aus dem Werbering erklärt hatten. Der Vorsitzende Dirk Elfgen machte gestern seine Ankündigung wahr und trat ebenfalls zurück. "Wenn alle unzufrieden sind, dann hat der Vorsitzende sicherlich viele Fehler gemacht", sagte er.

Es könne nicht Aufgabe des Werberings sein, ausschließlich Stadtfeste zu organisieren, betonte Makowski, der gestern mit am Vorstandstisch saß. Und Geschäftsführer Joachim Knauer beschwor die Anwesenden, sich wieder auf die "ureigenen Aufgaben" des Werberings zu besinnen: "Wir brauchen ein gemeinsames Sprachrohr gegenüber Politik und Verwaltung." Stadtfest-Mitorganisator Dirk Aberfeld dagegen sagte, in den Versammlungen des Werberings sei es nie um etwas anderes gegangen als um die Stadtfeste.

Er sprach sich dafür aus, künftig auf Mottos wie "Europa" oder "Oranier" zu verzichten. "Die Leute kommen auch so nach Moers." Fotograf und Werbering-Aktiver Klaus Fabritz gehörte zu denen, die die Frage für berechtigt hielten, ob der Werbering überhaupt noch nötig sei, angesichts von anderen Institutionen wie der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) oder der Moers Marketing, deren Arbeit ebenfalls dem Wohl der Innenstadt dient. Insbesondere die Idee, bei der Veranstaltung der Stadtfeste die Moers Marketing einzuspannen, stieß auf Widerhall - schließlich sitzen dort Profis, die auch Kirmes, Trödelmärkte und der Weihnachtsmarkt organisieren.

Zunächst will nun eine Abordnung des Werberings den Kontakt zu Moers-Marketing-Chef Michael Birr suchen, um mit ihm über den im April anstehenden "Moerser Frühling" zu reden. Die Zeit drängt: Die Genehmigungsanträge müssen möglichst bald eingereicht werden - sonst droht ein Ausfall des Fests mit angeschlossenem verkaufsoffenen Sonntag.

(RP)
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