Moers: Werbering Moers steht vor Umbruch

Moers: Werbering Moers steht vor Umbruch

Nach den Querelen im Herbst soll am 24. Januar ein neues Team für die Händlergemeinschaft gefunden werden.

Für den Werbering Moers war 2017 ein schwieriges Jahr: "Gesteckte Ziele wurden definitiv nicht erreicht", erklärt Vorsitzender Dirk Elfgen. Er führte seit Herbst 2016 mit Katrin Olzog und Guido Makowski den Vorstand. Nach dem missglückten Moerser Herbst im Oktober 2017 hatten beide ihren sofortigen Rück- und Austritt aus dem Werbering erklärt, Elfgen stellte den Vorstandsvorsitz zur Neuwahl im Januar zur Verfügung. Es hatte Kritik am Konzept der Veranstaltung gehagelt. Aus der Händlerschaft heraus wurden handwerkliche Fehler beklagt.

Die Gründe für die Krise seien aber vielfältig, so Elfgen: "Die vielen Filialisten in der Innenstadt beteiligen sich leider so gut wie gar nicht an der aktiven Arbeit des Werberinges, die kleinen Einzelhändler sind oft so sehr mit der Führung ihres Geschäftes beschäftigt, so dass sie für ein aktives Engagement keine Ressourcen übrig haben." Bei einer Mitgliederversammlung mit Neuwahlen am Mittwoch, 24. Januar, soll nun geklärt werden, inwieweit ein neuer Anlauf für den Werbering Sinn macht und wer sich für eine aktive Vorstandsarbeit findet. Bewerber und Aktive aus der Kaufmannschaft mit persönlichem Engagement, Zeit und neuen Ansätzen seien willkommen, sich aktiv im Werbering einzubringen.

Trotz vieler Einzelgespräche der Aktiven sei es zudem nicht gelungen, so Dirk Elfgen, die Mitgliederzahl signifikant zu steigern und eine Aufbruchsstimmung zu erzeugen, auch Versammlungen, Informationen und Newsletter seien nur wenig beachtet worden. Das Vertrauen in die Effektivität und den Sinn eines starken Werberings habe man einfach nicht aufbauen können. Andererseits sei aber der Bedarf der Stadtverwaltung, der Politik und auch anderer Moerser Institutionen, einen kontinuierlichen, starken Ansprechpartner zu haben, mehr als deutlich geworden. Auch das Ziel, die Stadtfeste mit verkaufsoffenen Sonntagen selbst zu veranstalten und dadurch mehr Raum für lokale Aktionen und einheitliche Themen zu haben, sei leider nicht gelungen. Durch die deutlich gestiegenen Sicherheitsbestimmungen sowie die unsichere Rechtslage (Stichwort Ver.di-Klagen) und dem damit verbundenen enormen Organisations-Aufwand sei viel zu viel Zeit und Geld gebunden worden, welche für andere wichtige Aktivitäten des Werberings fehlte.

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Gerade hier habe sich gezeigt, dass derartige Vorstandsarbeit in einer deutlich komplexer gewordenen Geschäftswelt im Ehrenamt zeitlich nur schwerlich möglich sei. Eine neue Bürokraft habe wegen der notwendigen Einarbeitung leider erst zum Herbst richtig helfen können. Dirk Elfgen selbst gesteht zu, dass er durch massive eigene berufliche Veränderungen nicht im gedachten Maße zeitlich zur Verfügung stand. Er sieht aber auch generelle strukturelle Ursachen: "Wie in vielen vergleichbaren Städten gibt es zahlreiche Filialisten, die sich weder finanziell noch organisatorisch am Werbering beteiligen. Zudem gibt es speziell in Moers zu viele Gruppierungen, die sich jeweils getrennt um das Wohl in Moers kümmern wollen. Jede macht da ihr Ding und sammelt auch getrennt Geld ein. Das zersplittert aber die Handlungsfähigkeit für gemeinsame Aktionen und mache zudem eine Zusammenarbeit zwischen Händlerschaft und Stadtverwaltung schwierig, da stets andere Personen und Gruppen die Ansprechpartner stellen." Lokal geprägte Stadtfeste - die Kosten lägen bei mindestens 20.000 Euro nur für die Organisation - oder gemeinsame Werbeaktionen seien aber eben nur gemeinsam finanzierbar. Dieses könne sogar zu Folge haben, dass es in Zukunft keine verkaufsoffenen Sonntage mehr in Moers gebe.

www.werbering-moers.de.

(RP)
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