Rheurdt: Wenn in Nachbars Garten der Mäher dröhnt

Rheurdt : Wenn in Nachbars Garten der Mäher dröhnt

Die Gemeinde Rheurdt weist auf das Verbot lauter Arbeiten im Freien zu bestimmten Zeiten hin.

"Ein Rasenmäher-Rambo mäht wie von Sinnen/ direkt durch die Wand, den hörst du auch noch drinnen [...]/Er metzelt alles nieder und macht alles platt/was Ähnlichkeit mit einem Grashalm hat." Mit diesen Zeilen beschwert sich Liedermacher Reinhard Mey über Zeitgenossen, die in ihrem Garten mit Vorliebe laute Maschinen anwerfen und die Beschaulichkeit der Natur stören.

Das Problem kennt auch Ralf Spengel vom Ordnungsamt der Gemeinde Rheurdt: "Einmal hat ein Bürger aus der Littard die Rufbereitschaft angerufen, weil sein Nachbar abends um 21 Uhr noch mit der Motorsäge gearbeitet hat. Ich bin rausgefahren, die Sache hat sich dann geregelt." Solche Fälle seien zum Glück selten, an ein Bußgeldverfahren kann sich der Verwaltungsmitarbeiter nicht erinnern. Aber es gebe immer mal wieder Nachfragen aus der Bürgerschaft, ob das Rasenmähen am Sonntag erlaubt ist.

Daher erinnert die Verwaltung die Bürger in ihrem Mitteilungsblatt daran, welche Geräte zu welchen Zeiten im Freien nicht verwendet werden dürfen. An Sonn- und Feiertagen sollen Motorkettensägen, Kompressoren, Beton- und Mörtelmischer, Bohrgeräte, elektrischen Heckenscheren und Rasenmäher schweigen.

Noch enger gefasst sind die Regelungen für folgende Geräte: Freischneider, Grastrimmer bzw. Graskantenschneider, Laubbläser und Laubsammler. Diese Apparate dürfen auch an Werktagen zu folgenden Zeiten nicht eingesetzt werden: 7 bis 9 Uhr, 13 bis 15 Uhr sowie 17 bis 20 Uhr.

Diese Regelungen sind keine willkürliche Entscheidung der Gemeinde oder Politik, sondern basieren auf EU-Recht, erläutert Ralf Spengel. Natürlich seien Gartenarbeiten am Wochenende gestattet, nur eben mit einem annehmbaren Geräuschpegel.

Was Beton- und Mörtelmischer betrifft, werden diese natürlich weniger im Garten als vielmehr bei Arbeiten am eigenen Haus angeworfen. Was in großen Städten rasch zu Ärger führen kann, sei in einer ländlichen Gemeinde wie Rheurdt nicht allzu dramatisch, berichtet Ralf Spengel "Die Grundstücke sind her größer, außerdem sind die Leute meist tolerant, weil sie ja selber mal in die Lage kommen könnten, solche Arbeiten durchzuführen." Auch sei es in manchen Nachbarschaften üblich zu helfen, wenn jemand eine größere Arbeit am Haus vor der Brust habe. Da gebe es dann keinen Ärger.

Wer in solchen Fragen unsicher ist, kann sich bei Ralf Spengel unter 02845 963330 melden.

(s-g)
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