Moers: Wenn Fotos Werte vermitteln sollen

Moers: Wenn Fotos Werte vermitteln sollen

Die Arbeitsgemeinschaft Fotografie stellt das diesjährige Thema der Volkshochschule in verschiedenen Bildern dar. Bis Mitte April sind die zahlreichen Werke im Hanns-Dieter-Hüsch-Haus zu sehen.

Werte spielen in der Gesellschaft eine zentrale Rolle. "Es gibt 400 verschiedene Begriffe für gute Eigenschaften", sagte am späten Montagnachmittag Gaston Schulz-Kleyenstüber. "Von Abenteuer über Freundschaft, Familie und Liebe bis Zuversicht. Für diese Begriffe gibt es 1200 Synonyme." Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Fotografie der Volkshochschule eröffnete er die Ausstellung "Werte".

Auf 40 Farbfotos halten die zwölf Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft ihre Blickwinkel auf den Begriff "Werte" fest, die Thema des Frühjahrssemesters der Volkshochschule sind. Dabei gibt der Wert Glaube gleich vier Bildern den Titel, da er ein Einzel- und ein Oberbegriff ist. Helmut Ernst hat im christlichen Garten in Berlin-Marzahn, der 2017 Teil der Internationalen Gartenschau war, das Vater Unser festgehalten. Dessen Buchstaben sind ein Gerüst aus gestanzten Lettern, die seitlich jeweils die Größe eines Din-A-4-Blattes haben. "Durch die Buchstaben kann man in den Himmel sehen", erzählt der Amateurfotograf über diese halboffene Decke des Gartenraums.

Die Betrachter können hier Glaube als Glaube an Gott interpretieren, wie beim Bild Gesangbuch von Dagmar Küsters. Auf diesem hat sie zwei Buchseiten mit christlichen Gesängen ohne Noten festgehalten, die mit ihrer altdeutschen Schrift eineinhalb Jahrhunderte alt sein dürften. Uwe Stoklossa hat einen leidenden Christus am Kreuz fotografiert, der für Christen die Auferstehung, das Leben nach dem Tod und die christliche Nächstenliebe symbolisiert.

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Oder Dagmar Manakos hat unter dem Titel Glaube eine Bibel abgelichtet, auf der zwei Eheringe liegen, die für Liebe, Familie und Zuversicht stehen. "Bei den Werten gibt es einen großen Konsens", sagt Gaston Schulz-Kleyenstüber. Das gilt auch für die Einteilung in immaterielle Werte, wie Freundschaft und Liebe, und in materielle Werte, wie Geld oder Gebäude. Bei Kunstwerken verschwimmt diese Grenze, zum Beispiel wenn Helmut Ernst eine Stahlskulptur "Gleichgewicht" vor der Duisburger Synagoge im Innenhafen ablichtet, in der zwei Kinder spielen.

Bis zum 13. April sind die Bilder der Arbeitsgemeinschaft Fotografie im Foyer des Hanns-Dieter-Hüsch-Bildungszentrums an der Wilhelm-Schroeder-Straße zu sehen. Sie trifft sich einmal im Monat in diesem Gebäude. Sprecherin ist Heinke Eberhardt.

(got)