Suche in Moers Wenn ältere Menschen im Netz einen Partner suchen

Moers · Partnersuche im Internet, für junge Leute ist das schon lange nichts Ungewöhnliches mehr. Inzwischen nutzt jedoch auch die Generation 50plus vermehrt die Angebote digitaler Partnerschaftsvermittlungen und Dating-Portale.

 Auch im höheren Alter rostet die Liebe nicht.

Auch im höheren Alter rostet die Liebe nicht.

Foto: dpa-tmn/Patrick Pleul

Doch woran erkennt man, ob ein Anbieter seriös ist, oder ob sich dahinter vielleicht eine betrügerische Masche verbirgt? Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine Veranstaltung in der Volkshochschule, zu der die Fachbereichsleiterin für berufliche Bildung Kirsten Peters eingeladen hatte.

DDie in diesem Fall ausschließlich weiblichen Teilnehmer hatten rund 90 Minuten Zeit, sich per Video-Schaltung von Jürgen Schuh, einem Experten für betrügerische Internetgeschäfte beraten zu lassen. „Ja, bei der digitalen Partnerschaftsvermittlung gebe es in der Tat viele schwarze Schafe“, bestätigte er. Das gelte besonders für ältere Nutzer. So sei zum Beispiel von vorne herein äußerste Vorsicht bei Angeboten aus dem nichteuropäischen Ausland geboten. Frauen würden dabei vor allem von Männern kontaktiert, die vorgäben, längere Zeit in Afrika bei irgendwelchen Entwicklungshilfeprojekten zu arbeiten, während die Angebote für Männer häufig aus Russland kämen und mit unterschwelligen sexuellen Versprechungen verbunden wären. „Solche Kontakte sind meistens ausschließlich schriftlich und können sich oft über mehrere Wochen und Monate hinziehen, in denen vor allem die finanziellen Verhältnisse des Suchenden ausgekundschaftet werden“, erläuterte er die übliche Vorgehensweise. „Irgendwann wird mal ein persönliches Treffen vorgeschlagen, das dann aber plötzlich wegen vermeintlicher Einreiseschwierigkeiten nicht stattfinden kann. Die könnten jedoch durch die Baranweisung einer größeren Geldsumme ganz schnell aufgehoben werden. Nach erfolgter Überweisung hört man von seinem gewünschten Partner natürlich nie wieder etwas.“

„Ja, und wie findet man dann die seriösen Anbieter heraus?“, wollte eine Teilnehmerin wissen. „Die bekannten deutschen Partnerschaftsvermittlungen und Singlebörsen können meist ein Qualitätssiegel vorweisen“, erklärte er. „Darüber hinaus sollte jeder Anbieter unbedingt ein Impressum haben und über einen festen Ansprechpartner mit Festnetzanschluss zu erreichen sein.“ Im anderen Fall könne man sich mit der Suchanfrage „Erfahrungen“ plus dem jeweiligen Namen des Anbieters in verschiedenen Suchmaschinen informieren. Der beste Schutz sei jedoch nach wie vor ein gesundes Misstrauen, vor allem wenn der per Internet kontaktierte Partner sich auch nach längerem schriftlichen Kontakt immer wieder einem persönlichen Kennenlernen zu entziehen versuche. Vor allem aber, wenn er anfange, finanzielle Liebesbeweise einzufordern.

Informationen zu unseriösen Partnerschafts- und Singlebörsen gibt es im Internet unter anderem bei Watchlist.de, Polizeiberatung.de, Stichwort „Scamming“.

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