Moers: Weihnachtsgeschäft: Warten auf den großen Run

Moers: Weihnachtsgeschäft: Warten auf den großen Run

Das durchwachsene Wetter der vergangenen Wochen spiegelt sich um Umsatz des Einzelhandels wider. Der liege bisher unter den Erwartungen, sagt Wilhelm Bommann vom Handelsverband Niederrhein. In Moerser Geschäften zeigt man sich aber zuversichtlich.

Zum Jubeln sieht Wilhelm Bommann (noch) keinen Anlass. Ein bis zwei Prozent mehr Umsatz als im lediglich befriedigenden Weihnachtsgeschäft 2016 habe man für dieses Jahr angepeilt. Doch das Geschäft sei bisher verhalten verlaufen, sagt der Geschäftsführer des Handelsverbands Niederrhein. "Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen." Bommann führt dies vor allem auf die "Kapriolen des Wetters" zurück. Regnet's oder schneit's wie aus Kübeln - wie in den vergangenen Wochen immer wieder mal -, bleiben die Leute lieber zu Hause. Bommann ist aber optimistisch. In den kommenden Tagen sei "noch alles machbar".

Die Moerser Fußgängerzone gestern Nachmittag. Das Weihnachtsgeschäft . . . Foto: Dieker Klaus

Bei dem, was gekauft werde, sei bisher eine Tendenz zu "kleinen Teilen" zu erkennen, sagte Bommann. "Hochwertige Konsumgüter sind weniger gefragt." Untypisch sei ein großes Interesse an Haushaltswaren, wie etwa Handmixern. "Sonst kommt das eher zum Ende des Weihnachtsgeschäfts." Nicht überraschend ist dagegen, dass viel Geld für Unterhaltungselektronik und Spielwaren ausgegeben sind.

In Moerser Läden, in denen wir uns umgehört haben, herrschte gestern die Zuversicht vor. "Das Geschäft war bisher durchwachsen, aber nicht dramatisch schlecht", sagte Christine Reps, Chefin im Schmuck- und Dekoladen "Villa Wölkchen". Die Kundschaft sei gut gestimmt, und ihr gehe es ebenso. "Ich mach das seit 17 Jahren, ich hab ein gutes Bauchgefühl."

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Gabi Becker, "Spiel & Hobby Becker", stellte fest, dass das Weihnachtsgeschäft spät losgegangen sei, jetzt aber auf Vorjahresniveau laufe. Das Late-Night-Shopping am ersten Adventssamstag habe viele Kunden angezogen. "Wir sind zufrieden." Sogar äußert zufrieden zeigte sich Kathrin Olzog, Chefin der Barbara-Buchhandlung. "Bücher gehören unter jeden Tannenbaum, das sehen unsere Kunden zum Glück auch so", sagte sie. Der Umsatz sei sogar besser als 2016. Wonach Kunden am meisten fragen? Zum Beispiel nach Mariana Lekis Roman "Was man von hier aus sehen kann" oder Wilfried Scholtens "Auf Spurensuche in Moers". "Regionale Sachen laufen bei uns immer gut."

Sylvia Terzan, stellvertretende Filialchefin der Parfümerie Pieper an der Steinstraße, zeigte sich sicher: "Der ganz große Run kommt gegen Ende nächster Woche." Auch bisher gebe es keinen Grund zum Klagen. Besonders gefragte Düfte: "Scandal" von Gaultier und "Twilly" von Hermès.

Das Weihnachtsgeschäft steht bereits vor dem Endspurt: Nur noch acht Tage bleiben dafür. Der schnelle Geschenke-Kauf an Heiligabend, traditionell eine Domäne gestresster Männer, ist diesmal nicht drin. "Das scheint vielen noch nicht klar zu sein", vermutet Bommann. Lediglich Weihnachtsbaum-Verkäufer sowie Lebensmittelhändler dürfen öffnen, wenn Heiligabend auf einen Sonntag fällt. Bommann weist ausdrücklich daraufhin, dass Aldi, Lidl, Kaufland und viele Edeka-Betriebe bereits angekündigt haben, geschlossen zu bleiben. "Kunden sollte auf Aushänge an den Geschäften achten."

(RP)