Rheurdt: Was tun, wenn Grabpflege nicht mehr möglich ist?

Rheurdt: Was tun, wenn Grabpflege nicht mehr möglich ist?

Die katholische Kirchengemeinde erwägt unter anderem, in Schaephuysen ein erstes Urnengrabfeld anzulegen.

Ein Grab angemessen zu pflegen, das kann zum Problem werden, wenn Angehörige alt und hinfällig sind oder wenn sie weit entfernt wohnen. Die Frage, was in solchen Fällen getan werden kann, stellt sich nun auch der katholischen Kirchengemeinde St. Martinus, denn es hat dazu mehrfach Anfragen von Gemeindemitgliedern gegeben. Auf der Internet-Seite der Pfarrei informiert Norbert Derrix über die aktuelle Diskussion. "Wir haben im Kirchenvorstand darüber nachgedacht und uns kundig gemacht, dass die Gemeinde Rheurdt das unter anderem so handhabt, dass die Grabfläche ,abgeräumt' wird, dann aber die Angehörigen dafür sorgen müssen, dass sie pflegeleicht für den Rest der Laufzeit versorgt wird", schreibt der Pfarrer. Hintergrund sei, dass die Angehörigen mit dem Betreiber des Friedhofs einen Vertrag geschlossen haben, der 30 Jahre Laufzeit hat. Und darin ist festgelegt, dass die Angehörigen sich um die Pflege des Grabes zu kümmern haben. Die leichteste Lösung wäre diese: "Abräumen lassen, Bodendecker pflanzen und dafür sorgen, dass der nicht überhand nimmt".

An neue Bestattungsformen wird ebenfalls gedacht. Norbert Derrix kündigt an, dass die katholische Gemeinde auf dem Schaephuysener Friedhof ein erstes Urnengrabfeld anlegen wird, "wo keine Pflege mehr vonnöten ist". Werde diese Alternative angenommen, könne die Gemeinde für die nächsten Gräber, die frei werden und groß genug sind, dasselbe planen. "Wer dafür das Grab seiner Angehörigen zur Verfügung stellen will, möge sich bitte melden." Derrix ist überzeugt: "Wir finden Lösungen."

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Was den kommunalen Friedhof der Gemeinde Rheurdt angeht, so besteht laut der Friedhofssatzung bereits die Möglichkeit, von dem Nutzungsvertrag vorzeitig zurückzutreten. "Wir ermöglichen das in Härtefällen, etwa bei einem sehr entfernten Wohnort der Angehörigen", erläutert Ralf Spengel vom Gemeindebereich Ordnung. In diesem Fall übernimmt die Gemeinde die Pflege des Grabstätte, zwar nicht auf eine üppige Weise, "aber so, dass das Grab ansehnlich bleibt". Dafür zahlen die Angehörigen bis zum Ablauf der 30-Jahre-Frist jeweils 60 Euro im Jahr.

(s-g)